Vanguard Motorcycles
Auf der kleinen New York Motorcycle Show wird sich am Wochenende vom 9. bis 11. Dezember eine völlig neue Motorradmarke vorstellen. Sie nennt sich Vanguard und hat einen (noch) gleichnamigen Roadster dabei. Ein Metallgebirge im Stil der Confederate Bikes, das im Wortsinn aus dem Rahmen fällt
- Ingo Gach
Auf der kleinen New York Motorcycle Show wird sich am Wochenende vom 9. bis 11. Dezember eine völlig neue Motorradmarke vorstellen. Sie nennt sich Vanguard und hat einen (noch) gleichnamigen Roadster dabei. Ein Metallgebirge, nicht zufällig im Stil der Confederate Bikes, das im Wortsinn aus dem Rahmen fällt.
Alle paar Jahre kommt irgendwo auf der Welt ein mehr oder weniger gut betuchter Mensch, gerne ein Ex-Manager, auf die Idee, seine eigene Motorradfirma zu gründen. Mit einem exquisiten Modell, das es so noch nicht gegeben hat, glaubt er den Markt aufmischen zu können. Ein typisches Beispiel ist der Deutsche Clemens Neese, der sich in den Kopf gesetzt hatte, ein Motorrad mit einem VR-6-Motor zu bauen. Aus Marketinggründen erwarb er dafür die Namensrechte an der altehrwürdigen Firma Horex. 2010 wurde der Prototyp vorgestellt, vier Jahre später war das kleine Werk in Augsburg pleite. Die Horex VR6 hatte ein eher biederes Design, war 275 Kilogramm schwer, der selbst entwickelte Motor konnte die hohen Erwartungen nicht erfüllen und das Bike war mit rund 25.000 Euro so teuer, dass kaum jemand zugriff. Ähnliche Schicksale von zerbrochenen Träumen gibt es in der Motorradindustrie genügend.
Vanguard Motorcycles (17 Bilder)

Neue Marke
Jetzt versucht ein Duo in New York City, eine völlig neue Motorradmarke zu etablieren. Sie nennt sich Vanguard und gehört zu FXE Industries. Dahinter stecken ein reicher Franzose und ein gerne quer denkender Designer. Francois-Xavier Terny ist ein privater Investor, der als Wirtschaftsberater in den USA reich geworden ist und als ausgesprochener Motorrad- und Sportwagen-Fan gilt. Edward Jacobs ist der Chef-Entwickler und in der Branche kein Unbekannter. Er war sechs Jahre lang Designer bei Confederate Motorcycles, die für eigenwillige Cruiser bekannt sind. Jacobs studierte nicht nur Industrie-Design, sondern auch Architektur und kann diesen Einfluss bei der Vanguard nicht leugnen. Wer mag, kann in den schlichten, geometrischen Grundformen und einem funktionalistischem Einschlag ein bisschen Bauhaus in diesem Naked Bike erkennen. Es ist aber längst nicht nur konstruktivistisch, sondern zeigt auch geradezu steampunkhaft verspielte Details wie etwa die durchsichtigen Deckel auf einigen beweglichen Intimbereichen der Technik. Natürlich ist so ein Design gewöhnungsbedürftig und wird sicher sehr kontrovers diskutiert werden, aber es sticht aus der großen Menge der Motorräder zweifellos heraus.
Aus dem Rahmen gefallen
Die beiden einzigen Bauteile, die einem vertraut vorkommen, sind die Brembo-Bremsanlage und die Öhlins-Gabel am Vorderrad. Bei allen anderen Komponenten scheint sich Jacobs überlegt zu haben, wie er einen ganz neuen Ansatz finden könnte. Designer lieben solche Motorräder, dem durchschnittlichen Biker hingegen sind solche avantgardistischen Ausbrüche (was der Name „Vanguard” ja auch nahelegt) aber eher suspekt.