ATU: Werkstattkette offenbar gerettet
Die Werkstattkette ATU scheint gerettet: Die Beteiligten haben sich offenbar darauf geeinigt, die Mieten den marktüblichen Preisen anzupassen und die Alteigentümer eine Sonderzahlung von 80 Millionen Euro bekommen
(Bild: ATU)
Die Werkstattkette ATU scheint gerettet: Die Beteiligten haben sich offenbar darauf geeinigt, die Mieten den marktüblichen Preisen anzupassen und die Alteigentümer eine Sonderzahlung von 80 Millionen Euro bekommen. Sie hatten zuvor eine Summe von 100 Millionen Euro gefordert. Um dieses Detail war lange gestritten worden, zwischenzeitlich stand auch eine Insolvenz der Kette im Raum. Mit der Einigung ist die entscheidende Hürde für die geplante Übernahme durch den französischen Konzern Mobivia genommen.
Mobivia hatte bereits im September 2016 einen Kaufvertrag unter Vorbehalt unterschrieben. Knackpunkt waren die bisherigen hohen Mieten für die Werkstätten. Mobivia war zunächst nicht bereit, Mietverträge für knapp die Hälfte der 577 Niederlassungen zu übernehmen. Nach Unternehmenskreisen musste ATU für diese Filialen bis zu 12 Euro Miete pro Quadratmeter zahlen statt marktüblicher 4 Euro. Hinter dem niederländischen Vermieter Lino stecken als Kreditgeber unter anderem die Deutsche Bank sowie Hedgefonds. Am 17. November 2016 war bei ATU deshalb eine Notgeschäftsführung eingesetzt worden. Eine Frist für eine Einigung galt bis Donnerstag um Mitternacht. Hätten sich die Beteiligten nicht geeinigt, hätte ATU eine Insolvenz gedroht.
ATU wurde 1985 von Peter Unger gegründet und betreibt heute 577 Werkstätten in Deutschland, 25 in Österreich und 6 in der Schweiz. Nach vielen Eigentümer- und Chefwechseln gehört ATU derzeit noch einer Investorengruppe um den Hedgefonds Centerbridge. Für das Geschäftsjahr 2016/17 hatte ATU einen Jahresumsatz von knapp einer Milliarde Euro angepeilt, was nach Jahren schrumpfender Erlöse erstmals wieder einen leichten Anstieg bedeuten würde. Die französische Werkstattkette Mobivia ist nach eigenen Angaben mit rund 11.000 Mitarbeitern und 1,76 Milliarden Euro Umsatz Marktführer in Europa. In Deutschland ist der Konzern bisher nicht vertreten. (mfz)