Formel 1: Komplizierte Suche nach Rosberg-Nachfolger
Kurz nach dem überraschenden Rücktritt von Formel-1-Weltmeister Rosberg am 2. Dezember hatte Lauda noch eine Entscheidung vor Weihnachten angekündigt. Später teilte Mercedes mit, dass der neue Teamkollege von Lewis Hamilton nicht vor dem 3. Januar verkündet werde.
(Bild: Daimler)
In der Formel 1 ist ein attraktiver Arbeitsplatz zu vergeben. Doch dessen Vergabe ist offenbar gar nicht so einfach. Kurz nach dem überraschenden Rücktritt von Weltmeister Rosberg am 2. Dezember hatte Lauda noch eine Entscheidung vor Weihnachten angekündigt. Später teilte Mercedes mit, dass der neue Teamkollege von Lewis Hamilton nicht vor dem 3. Januar verkündet werde.
(Bild: Daimler)
„Die Entscheidung wird noch bis Ende Januar dauern, denn die Verhandlungen sind sehr komplex. Es gibt zwei Wege: Nehmen wir den Jungen oder einen Erfahrenen?“, sagte Teamaufsichtsrat Niki Lauda dem Sender Servus TV. „Wie haben ein Riesenproblem. Denn wir hatten die beste Fahrerpaarung“, sagte Lauda. „Jetzt kommt ein neues Reglement, mit dem sowieso alles neu gewürfelt wird.“ Von 2017 an werden die Wagen breiter. Für Mercedes wäre es daher sinnvoll, einen erfahrenen Piloten neben Hamilton zu holen, der ähnlich wie Rosberg mit seiner Klasse und Routine die Entwicklung des Autos vorantreibt.
„Jeder einzelne der aktuellen Rennfahrer“ habe sich sofort bei ihm gemeldet, behauptete Lauda, der zusammen mit Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff das Casting der Silberpfeil-Kandidaten leitet. Das Problem dabei ist allerdings, dass zu so einem späten Zeitpunkt längst so gut wie alle Kandidaten einen gültigen Vertrag für 2017 haben.
Als Favorit gilt Valtteri Bottas. Williams soll dem Vernehmen nach ein erstes Angebot der Silberpfeile für den Finnen abgelehnt haben. Der BBC sagte Co-Teamchefin Claire Williams jedoch vor wenigen Tagen: „Wenn wir Valtteri erlauben würden uns zu verlassen, würden wir das nur tun, falls eine erfahrene, zuverlässige Alternative verfügbar wäre, jemand wie Felipe Massa zum Beispiel.“ Der Brasilianer hat mit dem Ende dieser Saison seine Karriere in der Formel 1 eigentlich abgeschlossen. Der Fast-Weltmeister von 2008 steht Medienberichten zufolge nun aber in Gesprächen mit Williams über einen Rücktritt vom Rücktritt.
Eine Alternative zu Bottas wäre Pascal Wehrlein. Der kommt aus dem Mercedes-Nachwuchs-Programm, hat aber gerade erst seine Debütsaison in der Formel 1 für Manor absolviert. Es gibt Zweifel, ob Wehrlein schon jetzt neben Hamilton bestehen kann. Andererseits ist Wehrlein einer der wenigen Fahrer, die schon mit den 2017er-Reifen gefahren sind – ein Erfahrungsvorsprung, der nicht zu unterschätzen ist.
(dpa)
(mfz)