Wochenzusammenfassung #replay No. 6: Verbrennungsmotor, Java-Lizenzgebühren, schlechte Passwörter

Keine Sicherheits-Katastrophenmeldungen (wie sonst fast immer), keine Gadgets, nichts mit Windows: In der Vorweihnachtswoche dominieren eher unübliche Themen den Heise Newsticker.

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Wochenzusammenfassung #replay No. 6: Verbrennungsmotor, Java-Lizenzgebühren, schlechte Passwörter
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Kurz vor den Feiertagen dominieren mal nicht IT-Meldungen den Heise-Online-Newsticker -- sondern KFZ-Technik. Platz eins der dieswöchigen Charts belegt der Artikel "Verbrennungsmotor unter Druck". Demnach habe VWs Dieselgate eine Entwicklung gestartet, die die Dieseltechnik insgesamt unter Druck setzt und auch den Otto-Motor in Frage stellt. Mit Teslas Ankündigung einer Strafgebühr für Ladesäulen-Blockierer rangiert sogar ein zweiter Artikel aus dem Bereich Automobilität ziemlich weit oben (Platz 5). Die Meldung, dass Teilchenforscher des CERN erstmals die Spektrallinie von Antiwasserstoff aufgezeichnet und mit der von Wasserstoff verglichen haben, stieß ebenfalls auf viel Interesse: Platz drei.

Mit einem einfachen Aufbau kann man Mac-Passwörter auslesen (Platz neun).

Nur zwei IT-Meldungen rangieren unter den Top 5. Platz vier ist im Grunde ein Dauerbrenner: Schlechte Passwörter. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat eine Liste der zehn meistverwendeten Passwörter auf Websites mit .de-Domains herausgegeben. Spitzenreiter ist "hallo", gefolgt von "passwort" und "hallo123". Leser Firebyte verweist in dem Zusammenhang auf eine einschlägige xkcd-Folge, die im Grunde alles zusammenfasst, was man zum Thema "sicheres Passwort" wissen muss.

Oracle hat es auf Platz zwei geschafft. Der kostenlose Java-SE-Download des Unternehmens enthält Komponenten, deren Nutzung lizenz- und kostenpflichtig sein kann. Und für die scheint Oracle nach einem Bericht jetzt die Hand aufzuhalten: 40 und 300 US-Dollar pro Nutzer und 5000 bis 15.000 US-Dollar pro Prozessor will das Unternehmen haben. Leser vatsug dazu: "OpenJDK und gut ist".

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die "allgemeine und unterschiedslose" Vorratsdatenspeicherung für unzulässig erklärt. Das könnte sich auch auf das deutsche Gesetz "zur Einführung einer Speicherpflicht und einer Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten" auswirken, das sich nach der Ansicht vieler Beobachter nicht mit der EU-Entscheidung in Deckung bringen lässt. Knecht Rootrecht sieht durch die Vorratsdatenspeicherung das "Supergrundrecht" – nämlich die Menschenwürde – auf empfindlichste Weise ausgehöhlt.

Die Debatte um Fake News wird sicherlich ebenso im neuen Jahr fortgesetzt werden, dem Wahljahr. Etliche Politiker fordern schärfere oder neue Gesetze, Digitalverbände, Bürgerrechtler und Internet-Rechtler warnen davor, dass die Politik über das Ziel hinausschießen könnte. Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder befürchtet ein "Zensurmonster". (jo)