Motorradmarke Victory wird geschlossen
Der Powersport-Konzern Polaris hat am 9. Januar bekanntgegeben, dass ihre Motorradmarke "Victory" nun abgewickelt wird. Es werden fortan keine neuen Motorräder mehr unter dieser Marke hergestellt. Die Ersatzteile der Bestandskunden sichert Polaris für die nächsten 10 Jahre
(Bild: Polaris)
(Bild:Â Polaris)
Der Powersport-Konzern Polaris hat am 9. Januar bekanntgegeben, dass ihre Motorradmarke „Victory” nun abgewickelt wird. Es werden fortan keine neuen Motorräder mehr unter dieser Marke hergestellt. Die Ersatzteile der Bestandskunden sichert Polaris für die nächsten 10 Jahre, danach sind Händler und Dritthersteller gefragt. Der Grund für das Ende der Marke war absehbar: Victory war in den letzten Jahren nicht mehr profitabel, während die hinzugekaufte Traditionsmarke „Indian” im nostalgieliebenden Cruiserbereich gut funktioniert. Die Standorte in Spirit Lake (Iowa), Spearfish (South Dakota) und Huntsville (Alabama) bleiben erhalten. In Iowa und South Dakota werden die Indian-Motorräder montiert, in Alabama das motorradmarktnahe Spaßdreirad Slingshot.
Victory hat einen zähen Kampf hinter sich. Seit Produktionsbeginn unter dem Victory-V der Marke im Jahr 1998 arbeitete die Firma hart daran, eine neue Marke gegen den Traditionshersteller Harley-Davidson in dessen Markt zu etablieren. Im Jahr 2012 erreichte Victory die höchsten Verkaufszahlen. Es war aber auch das Jahr, an dem ihr Sisyphos-Stein wieder zurückrollte, denn danach gingen die Verkäufe zurück. In den letzten 5 bilanzierten Geschäftsjahren (2011 bis 2015) verlor Polaris in 3 Jahren davon Geld im Victory-Geschäft. 2015 machte die Marke nur 3 Prozent des Verkaufsumsatzes im Konzern. Im Durchschnitt verkaufte ein Victory-Händler 20 Einheiten im Jahr.
Polaris sieht in der Indian-Marke enormes Potenzial, das sich im Cruiser-Segment sinnvoller entwickeln lässt als Victory. Händler sollen Unterstützung erhalten dabei, ihren Bestand abzuverkaufen und bei Interesse zum Verkauf von Indian-Krädern zu wechseln. Obwohl die Standorte alle erhalten bleiben, spricht Polaris in der Präsentation für die Investoren von „workforce reduction costs”. Es werden also auch Arbeitsplätze wegfallen. (cgl)