Sommerreifen im Test
Der ADAC hat Sommerreifen in den Größen 195/65 R15 und 215/65 R16 getestet. Eine Erkenntnis: Billige Pneus werden langsam besser. Eine zweite: Die Reifenlabel scheinen als Kaufhilfe vollkommen ungeeignet zu sein
Alle Jahre wieder: Institutionen ohne monetäre Sorgen erstellen mit reichlich Aufwand Tests von Reifen, die in den kommenden Monaten gebraucht werden. Einer der wenigen, die das leisten können, ist der ADAC. In der aktuellen Untersuchung wurden 16 Reifen der Dimension 195/65 R15 und 15 Reifen der Größe 215/65 R16 untersucht. Zwei Erkenntnisse zeichnen sich recht deutlich ab: Die ehemals üblichen Anwärter auf die letzten Plätze werden besser. Die Reifenlabel sind größtenteils die Gummischnipsel nicht wert, die so ein Test auf der Strecke hinterlässt.
Eine Frage der Gewichtung
Nun sind Test von Reifen immer mit einer gewissen Distanz zu betrachten, denn ein erheblicher Teil des Ergebnisses sind subjektive Eindrücke. Dazu kommt eine unterschiedliche Gewichtung der Kriterien. Der ADAC bewertet die Pneus nach fünf Kriterien, die unterschiedlich gewichtet sind: Haftung auf trockener (20 Prozent) und nasser Fahrbahn (40), Rollwiderstand (10), Geräusch (10) und Verschleiß (20). Wer die Ergebnisse nun mit anderen Tests vergleichen will, muss die jeweilige Gewichtung natürlich berücksichtigen.
Sommerreifen im Test (4 Bilder)

(Bild: ADAC)
Im diesjährigen Testfeld fällt auf, dass zwischen dem Testsieger und dem günstigsten Reifen bei den 195ern im Schnitt rund 23 Euro pro Reifen liegen. In der Vergangenheit ließ sich reicht einfach sagen, dass diese Summe – für einen Satz sind es hier immerhin knapp 100 Euro – sehr gut angelegtes Geld waren. Über seine gesamte Nutzungsdauer hat oft schon der geringere Rollwiderstand eines sehr guten Reifens einen Teil seines Aufpreises in Form von einem geringeren Verbrauch wieder eingespart. Die anderen Vorteile gab es also für vergleichsweise kleines Geld.
Günstigster Reifen ist gut
Doch in diesem Jahr bescheinigt der ADAC dem günstigen Esa-Tecar Spirit 5 HP „keine ausgeprägten Schwächen“. Die meisten Konkurrenten, darunter auch so bekannte Marken wie Dunlop und Michelin, befanden die Tester in der Summe schlechter. Ein Blick auf die Detail-Ergebnisse rückt das Bild ein wenig wieder gerade, denn im Bereich der Haftung gibt es schon noch Reifen, die in dieser Hinsicht besser sind als der günstige Pneu von Esa-Tecar.