Die Techno-Classica öffnet
Alte Autos haben für viele Menschen offenbar eine besondere Anziehungskraft. Diese lässt sich seit einigen Jahren gut vermarkten, wie auf der Techno-Classica alljährlich zu besichtigen ist. Die Messe öffnet am heutigen Mittwoch. Doch die Aussichten für Fans von altem Blech sind getrübt
(Bild: Skoda)
Alte Autos haben für viele Menschen offenbar eine besondere Anziehungskraft. Diese lässt sich seit einigen Jahren gut vermarkten, wie auf der Techno-Classica alljährlich zu besichtigen ist. Die Messe öffnet am heutigen Mittwoch (5. April 2017, Messe Essen, Norbertstraße, 45131 Essen). Doch die Aussichten für Fans von altem Blech sind getrübt.
Wertzuwachs vs. Kosten
Oldtimer und Youngtimer gelten gerade in Zeiten niedriger Zinsen als Geldanlage-Alternative, zumindest dann, wenn der Anleger Fachwissen und genug Vermögen hat, um das Wertwachstum seines Klassikers abzuwarten. Von der Rendite sind natürlich die Garagenmiete, und wenn man das Auto nicht nur einlagert auch Wartung, Versicherung oder Betriebskosten abzuziehen. Aber wer ein gut erhaltenes Auto begehrter Typen kauft, kann mit dem Wertzuwachs vielfach zumindest die Unterhaltskosten herausholen, schätzen Fachleute. Der Markt lege weiter zu, sagen die Veranstalter: Inzwischen seien bundesweit bereits über 600.000 Autos zugelassen, die mehr als 30 Jahre alt sind und damit eine Anforderungen für ein H-Kennzeichen als Oldtimer erfüllen.
Die Techno-Classica öffnet (7 Bilder)

(Bild: Skoda)
Der schöne Schein des Messelichtes kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche mehrere Zukunftsprobleme hat, die die Zahl der künftigen Altautos limitieren wird. Da ist zum einen die Technik: Brave Saugmotoren konnten mit einem Satz neuer Kolbenringe, Kurbelwellen- und Pleuellager oft wieder fit für viele, viele Kilometer gemacht werden. Bei modernen Downsizing-Motoren dürfte eine Revision deutlich umfangreicher ausfallen.
Erschwerte Suche
Seit der umfangreichen Vernetzung durch Bussysteme und einer wachsenden Zahl von Steuergeräten wird die Fehlersuche schwieriger als zuvor. Gleiches gilt für die Ersatzteilbeschaffung von elektronischen Bauteilen. Sofern der Hersteller nur einen geringen Wert auf die eigene Geschichte legt, kann die Suche schon mal kompliziert werden. Und teuer, denn der Hersteller kalkuliert Lagerkosten mit ein. Ein Beispiel: Zu meiner aktiven BMW-E30-Zeit hat eine Leiste für die Ölversorgung der Nockenwelle rund 7 Euro gekostet – heute sind es knapp 40.
Ein weiteres Problem sind immer strengere Umweltauflagen. Die Diskussion um Abgasgrenzwerte betrifft Oldtimer zwar nicht, wohl aber jene Autos, die es einmal werden könnten. Einen Vorgeschmack lieferte die „Umweltprämie“ des Jahres 2009: Was da an kulturellem Wert vernichtet wurde, dürfte so manchem Fan alter Autos noch schwer im Magen liegen.