Bosch verkauft Anlasser-Sparte nach China

Bosch hat sich mit einem chinesischen Konsortium über den Verkauf seiner Sparte Anlasser und Generatoren geeinigt. Die Mitarbeiter müssen dem Geschäft aber noch zustimmen

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Bosch-Zündkerzen

(Bild: Bosch)

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  • dpa

Bosch hat am Dienstag, den 02.05.2016 mit einem chinesischen Konsortium einen Verkaufsvertrag über seine Sparte Anlasser und Generatoren unterzeichnet. Die Mitarbeiter müssen dem Geschäft aber noch zustimmen. Die Käufer sind der Zulieferer ZMJ (Zhengzhou Coal Mining Machinery Group) und die Investmentfirma China Renaissance Capital Investment als Kapitalgeber. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02.05.2017 berichtete bereits darüber. Das Geschäft steht allerdings noch unter der Bedingung, dass ihm die Mehrheit der Mitarbeiter zustimmt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Ein von Bosch 2007 entwickelter Starter für ein Stopp-Start-System mit besonders kräftigem Elektromotor und geräuscharmer Einspurmechanik.

(Bild: Bosch)

Bosch hatte die Trennung vom Bereich Starter und Generatoren (SG) bereits 2015 eingeleitet. Zunächst war eine Kooperation mit einer anderen Firma denkbar, nun kommt es zur kompletten Trennung. Die Tochter hat knapp 7000 Mitarbeiter, davon gut 1000 in Deutschland. Nach vielen Verlustjahren schrieb sie 2015 wieder Gewinne.

Sicher ist der Deal aber noch nicht. Zum einen müssen die Kartellbehörden zustimmen. Das dürfte reine Formsache sein. Zwar stellt ZMJ ebenfalls Starter und Generatoren her, gehört aber nicht zu den Branchengrößen wie Denso aus Japan und Valeo aus Frankreich. ZMJ ist vor allem in Asien tätig und Bosch mit SG vor allem in Europa.

Problematischer ist aber, dass jeder SG-Mitarbeiter in Deutschland seinem Wechsel unter das Dach der Neu-Eigentümer zustimmen muss. Jeder einzelne kann sich alternative dafür entscheiden, beim Mutterkonzern Bosch zu bleiben. Sollten viele Beschäftigte den Eigentümerwechsel nicht mitmachen und somit Fachwissen verloren gehen, würde das die Attraktivität der Firma mindern.Die Chinesen könnten das Geschäft dann noch platzen lassen. Die möglichen Neu-Eigentümer werben deshalb für das Geschäft. Vertreter des Konsortiums stellten sich am Dienstag Fragen der Belegschaft in der Firmenzentrale Schwieberdingen bei Stuttgart, am Mittwoch wollen sie im Werk Hildesheim in Niedersachsen auftreten. Die Käufer wollen möglichst alle Bosch-Mitarbeiter übernehmen.

Bosch hatte den Verkauf damit begründet, man sei in der Sparte zu klein, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. ZMJ-Chef Chengyao Jiao sagte, man freue sich darauf, das Geschäft mit dem bestehenden Managementteam in den schnell wachsenden,aufstrebenden Märkten auszubauen. Durch die bessere regionale Aufstellung, vor allem in Asien, könne das SG-Geschäft „nachhaltig und profitabel“ ausgebaut werden. Die Anlasser-Sparte hat Tradition. Bosch präsentierte im Jahr 1914 den ersten elektrischen Anlasser für Autos. (chlo)