Leicht gebaut, leicht in der Luft
Egal ob elektrisch oder mit einem Gummimotor angetrieben – mit den einfachen Modellen "Dow Cup" und "Dow Cap" gelingt der Einstieg in die stille Kunst der Saalfliegerei. Die beiden Flieger sind in weniger als einem Tag vollendet, bleiben mehrere Minuten in der Luft und sind mit einer Spannweite von 30 Zentimetern und einer Rumpflänge von 40 Zentimetern kompakt genug, um leicht in eine größere Halle transportiert zu werden – falls das heimische Wohnzimmer als Luftraum nicht ausreicht.
- Heinz Eder
- Peter König
Materialliste
Für beide Versionen:
- leichtes Balsabrett 1,5 mm dick, für Rippen und Holme aus Leisten 1,5 mm × 1,5 mm, Gewicht des Brettes bei 10 cm × 100 cm max. 15 g
- hartes Balsabrett 1,5 mm dick, für Flügelpfosten aus Leisten 1,5 mm × 1,5 mm
- 0,6 mm Balsabrett oder 1 mm Hartschaum für Winglets
- 0,4 mm dünnes Sperrholz oder dünnen Karton für Verstärkung am Flügel; kleine Plättchen reichen
- dünne Maler- oder Tütenfolie – das dünnste, was im Handel zu bekommen ist
- Seidenpapier, ggf. auch Japan- oder Bespannpapier für die Papierröhrchen, ein kleines Stück reicht
- Kleber Uhu hart, mit Aceton verdünnt (60 Prozent Uhu hart, 40 Prozent Aceton) oder leicht verdünnter Weißleim
- Sprühkleber, 3M Spraymount
- Styroporkleber oder Weißleim, falls die Winglets aus Hartschaum bestehen
- Sekundenkleber
Zusätzlich für die Gummimotor-Version:
- leichte Balsa-Rumpfleiste 3 mm × 5 mm, 400 mm lang, kann ggf. aus 2 Lagen 1,5 mm Balsa verleimt werden
- harte Balsa-Leiste 4 mm × 4 mm, 90 mm lang, für Propellerholm
- 0,6 mm Balsabrett für Propellerblätter, kann ggf. aus 1,5 mm Balsa dünner geschliffen werden
- Stahldraht 0,5 mm, 10 Zentimeter Länge reichen für Propellerwelle und Endhaken
- Kunststoffröhrchen mit Innendurchmesser ca. 0,8 mm für Luftschraubenlager, kleines Stück reicht, im Modellbauhandel als Bowdenzug-Innenrohr zu bekommen
- Glasperlen, ca. 2 mm Durchmesser, Bohrung min. 0,5 mm, für Luftschraubenlager
- ein Stückchen Zwirn
- Gummiband TAN Super Sport von 1/16 Zoll (ca. 1,6 mm) Breite und ca. 70 cm Länge (Schleifenlänge 32 cm)
- Gummi-Schmiermittel: Spülmittel, dünnes Silikonöl oder Teflon-Trockenschmiermittel
- Aufziehvorrichtung (siehe Kasten im Artikel)
Zusätzlich für die Elektro-Version:
- leichte Balsa-Rumpfleiste 3 mm × 3 mm, 380 mm lang, kann ggf. aus 2 Lagen 1,5 mm Balsa verleimt werden
- Superkondensator mit 5 Farad Kapazität und 2,7 V Nennspannung, z.B. Samwha Greencap
- Netzgerät mit regelbarer Spannung zum Laden des Kondensators, alternativ Kondensator-Ladegerät mit 3,3 Volt Festspannung
- Motor/Getriebeeinheit, etwa GB05 mit Carbon-Luftschraube 3,2 × 3,3 Zoll für den Plantraco Butterfly
- Kontaktkleber
- Stahdraht, etwa 0,3 bis 0,4 mm, z.B. Stück von Gitarrensaite
- Kupferlackdraht (CuL) 0,2 mm
Plan
Der Plan zeigt die Gummimotor-Version "Dow Cup"; die Modifikationen zum Bau der Elektroversion "Dow Cap" beschreibt der Artikel in der Make-Ausgabe 4/17. Wer einen DIN-A3-fähigen Drucker besitzt, kann das PDF DowCupA3_beideVersionen.pdf herunterladen und drucken, wobei die Option "Tatsächliche Größe" oder "100 Prozent" zu wählen ist, damit der Plan in der Originalgröße herauskommt. Wer nur einen A4-Drucker hat, kann das normale PDF DowCup_beideVersionen.pdf wählen und vom Druckertreiber auf mehrere Seiten verteilen lassen, die anschließend zusammengeklebt werden. Bei einer Skalierung von 148,6 Prozent kommt man genau auf den gewünschten Maßstab 1:1.
Der Plan enthält auch Informationen zur im Text nur erwähnten "Competition"-Version, die nicht mit flachem Flügel, sondern mit gewölbtem Profil gebaut wird, was schwieriger zu bauen und zu bespannen ist, aber für bessere Flugleistungen sorgt.
Bezugsquellen:
- Saalflugbalsa: z.B. Heerdegen-Balsaholz
- Green Caps 3/5/10 Farad 2,7 Volt: z.B. bei Conrad
- Pagermotore, Zahnräder: z.B. bei Didel
- Motor-/Getriebeeinheiten (Triebwerk GB05), CFK-Luftschrauben: bei Micron Radio Control
- Gummiband 1,5 mm: z.B. bei Optitec
- FAI Gummi 1/16 Zoll: z.B. bei Free Flight Supplies
- Bausätze Dow Cup, Dow Cap und Dow Gleiter: hmh.schnell@t-online.de
Alleine ein einzelnes Saalflugmodell zu bauen, kann verhältnismäßig teuer werden – denn so geringe Materialmengen, wie man dafür braucht, kann man in der Regel nicht einzeln kaufen. So bekommt man Balsaholz meist nur in Brettchen von einem Meter Länge und 10 Zentimetern Breite – was für mehr als zehn Modelle reicht -- Bowdenzug-Innenrohre und Stahldraht werden ebenfalls nur in Metern und nicht stückchenweise gehandelt, einzelne Glasperlen für das Luftschraubenlager verkauft wahrscheinlich auch niemand. Da bietet es sich an, sein Material zusammen mit anderen Bastlern zu bestellen, das senkt den Preis pro Modell gleich rapide. Bei Spezialteilen wie den Gummisträngen oder der Antriebseinheit für das Kondensatormodell gilt ähnliches, denn die muss man oft (auch im Ausland) bestellen und kann sich dann zu mehreren die Versandkosten teilen. Wenn Sie sich also mit anderen zusammentun wollen, um gemeinsam zu bestellen, können Sie das über ein spezielles Forum auf unserer Webseite probieren: "Mitbesteller gesucht".
- Den vollständigen Artikel mit der Bauanleitung für die beiden Einsteiger-Saalflugmodelle lesen Sie in der Make-Ausgabe 4/17 ab Seite 68.
(pek)