Skoda Octavia: 1,5-Liter-TSI mit Zylinderabschaltung

Bisher wurde im Octavia, anders als in anderen Modellen auf dieser Plattform, ein 1,4-Liter-Vierzylinder ohne Zylinderabschaltung eingebaut. Nun bekommt der Octavia den aktuellen 1,5-Liter-TSI mit Zylinderabschaltung. Die Unterschiede jedoch geringer als erwartet.

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Skoda Octavia
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Skoda macht im Falle des 150-PS-Benziners im Octavia gewissermaßen gleich zwei Schritte auf einmal. Bisher wurde dort, anders als in anderen Modellen auf dieser Plattform, ein 1,4-Liter-Vierzylinder ohne Zylinderabschaltung eingebaut. Nun bekommt der Octavia den aktuellen 1,5-Liter-TSI mit Zylinderabschaltung. Die Unterschiede sind jedoch geringer als erwartet.

Gegenüber dem Vorgänger steigt der Aufwand für einen geringeren Verbrauch erheblich. Auf der Nockenwelle sitzt ein Stück, auf dem jene Nocken sitzen, die normalerweise die Ventile der beiden mittleren Zylinder öffnen und schließen. Dieses Stück kann so verschoben werden, dass die Ventile geschlossen bleiben. Dafür müssen einige Parameter wie beispielsweise Last und Ansaugtemperatur in einem bestimmten Fenster sein.

Skoda Octavia: 1,5-Liter-TSI mit Zylinderabschaltung (7 Bilder)

Der Octavia wurde im vergangen Jahr überarbeitet. Nun folgt ein neuer Benziner mit 150 PS.
(Bild: Skoda)

Vor dem Schließen werden die beiden Zylinder mit Frischluft befüllt. Würde einfach nur kein Kraftstoff eingespritzt, die Ventile aber weiterhin geöffnet und geschlossen werden, gäbe es Pumpverluste. Die Komprimierung der Frischluft erhöht dagegen leicht die Last, was ganz im Sinne der Erfinder ist. So laufen die beiden äußeren Zylinder mit leicht erhöhter Last und damit effizienter.

Im Labor bleiben die Verbrauchsunterschiede zwischen altem und neuem Motor dennoch gering. Im NEFZ sinkt der Verbrauch nur um 0,3 Liter, lediglich im Stadtverkehr sind es in Verbindung mit dem Schaltgetriebe 0,7 Liter. In der Praxis ist entscheidend, wie oft sich der Fahrer im besagten Abschaltbereich bewegt. Die Getriebeübersetzung blieb identisch. Einen Partikelfilter hat die neue Maschine noch nicht, allerdings stößt sie laut ADAC-Ecotest deutlich weniger Feinstaub aus als der Vorgänger.

Auch bei den Fahrleistungen sind die Unterschiede kaum der Rede wert: Mit dem neuen Motor braucht der Octavia 0,1 Sekunden länger auf 100 km/h, erreicht aber mit 219 km/h eine geringfügig höhere Spitzengeschwindigkeit. Wir waren mit diesem Antrieb kürzlich in einem VW Golf unterwegs. Dort gefiel sie mit ansprechenden Fahrleistungen und maßvollem Verbrauch. Allerdings kam sie uns etwas rauer vor als der direkte Vorgänger 1.4 TSI ACT, was im sparsamer gedämmten Octavia unter Umständen stärker auffallen könnte. Markant war auch eine leichte Anfahrschwäche – nicht dramatisch, aber doch zu spüren.

Die neue Maschine wird zunächst nur in den Ausstattungslinien Style und Ambition angeboten. Der Combi kostet damit mindestens 24.730 Euro, mit DSG und der gehobenen Style-Linie sind es 28.730 Euro. Da wird manch einer kurz zusammenzucken, zumal ein Octavia Combi mit 150-PS-Benziner bisher ab 21.990 Euro zu haben war, wenn auch mit bedeutend weniger Ausstattung. Vielleicht gibt es auf absehbare Zeit doch noch die Option, für etwas weniger Geld einen Octavia mit dem neuen 130-PS-Benziner zu bestellen.

Wahrscheinlicher ist aber ein anderes Update: An der Basis setzt Skoda nach wie vor den 1,2 TSI mit 86 PS ein. Im Konzern gibt es für diese Maschine längst einen modernen Ersatz in Form eines Dreizylinders mit ebenfalls 86 PS. Hier werden die Strategen genau rechnen, ob sich eine Veränderung lohnt, denn diese Leistungsklasse ist im Octavia kaum gefragt.