Test Motorrad-HUD Nuviz

Mit dem Nuviz gibt es jetzt das erste HUD fĂŒr Motorradhelme: Ein kleiner Plastikkasten mit einem schrĂ€gen Halbspiegel, ein Projektor, eine Kamera, ein Smartphone-Chipsatz und Peripherie. Ein Praxistest

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Zweirad
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Inhaltsverzeichnis

Ein StĂŒck Zukunft ist da: Nuviz, ein Head-Up-Display fĂŒr Motorradhelme. Klar, dass da die technikfreundlichen Tourenfahrer und Gadget-Fans darauf geiern. Aber ebenso klar dĂŒrfte sein, dass die nötige Technik einigen Hirnschmalz verlangt. Nuviz löst das Problem des sehr begrenzten Platzes im Helm dadurch, dass es nicht im Helm sitzt, sondern außen angeklebt haftet. Vor das Visier ragt ein durchsichtiger Plastikkasten mit einem Halbspiegel darin, der etwas ans YPS-Periskop erinnert. Hierein projiziert das GerĂ€t seine Anzeigen.

Obwohl man ihn an seinem Arm noch um zwei Achsen etwas bewegen kann, muss der Kasten schon von der Grundposition her gut im Blickfeld sitzen. Von sechs Helmen im Haus passte das GerĂ€t sicher nur an den HJC. Bei den anderen war entweder eine LĂŒftung im Weg oder die Form des Helms passte nicht zum Klebepatch. Dazu kommt die Installation von Kopfhörern und einem Mikrofon, die von der angeklebten Basisplatte (die Einheit ist abnehmbar) aus per Kabel versorgt werden. Ob die Kopfhörer so nach innen passen, dass nichts drĂŒckt, muss auch ausprobiert werden. Mein dringender Tipp wĂ€re also: Auf keinen Fall blind bestellen, sondern zu Tante Louise gehen (Motorradkette Louis), die das GerĂ€t fĂŒhren, und dort mal an den eigenen Helm halten, ob das passt. Ich habe sicherheitshalber in der Hamburger Zentrale gefragt, Antwort: Man helfe gerne bei der Passprobe.

Test Motorrad-HUD Nuviz (9 Bilder)

Die Einheit ist so groß wie eine Kinderfaust und wiegt mit Akku 240 Gramm. (Bild: Clemens Gleich)

Ich gehe fest davon aus, dass sich der Hersteller mit Hard- und Software viel MĂŒhe gegeben hat. Die Installation lĂ€uft dennoch holprig, das ging auch anderen so. Bis mal alles so lĂ€uft wie versprochen, vergeht auch bei technikaffinen Motorradfahrern einige Zeit. Das wiederholt sich dann gelegentlich, wenn ein Update der Software eingespielt wurde. Wer schon an Garmins Nutzer-Interface im Motorrad-Navi Zumo verzweifelt, wird hier nicht glĂŒcklich.

Wenn alles lÀuft, dann so: Ein kleiner, runder Controller mit vier Tasten und einem Rauf-Runter-Knubbel bedient das Interface im HUD. ZusÀtzlich lÀuft auf dem Smartphone eine Nuviz-App, die Routen zum GerÀt schickt, Musik per BT Audio in die Kopfhörer spielt oder die Telefon-Headset-Funktion von Nuviz steuert: Der User muss hier aus seiner Kontaktliste markieren, wen er im Interface anrufen können will.