Kalendertür 13

Der Ferrari LaFerrari Aperta erzielte den höchsten Preis, der auf einer Auktion bisher für ein Fahrzeug aus dem laufenden Jahrtausend gezahlt wurde. Und das auch noch für einen guten Zweck, denn die erlöste Summe ging an Save the Children

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Ferrari LaFerrari Aperta
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Bernd Kichhahn

Es war ein Rekord mit Ansage. Der letzte jemals gebaute Ferrari LaFerrari Aperta – also die offene Version des Hybrid-Hypercars – wurde im Sommer 2017 für 8,3 Millionen Euro versteigert. Gerechnet hatte das Auktionshaus damit allerdings nicht. RM Sotheby´s hatte mit einem Endpreis zwischen drei und vier Millionen Euro gerechnet. Damit erzielte dieser LaFerrari Aperta den höchsten Preis, der bisher für ein Fahrzeug aus dem laufenden Jahrtausend gezahlt wurde. Allerdings für einen guten Zweck.

Denn dieser Wagen wurde zu Gunsten von „Save the children“ versteigert. Eine Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Kinder weltweit gesund, selbstbestimmt und sicher aufwachsen zu lassen. Es ist die weltweit größte Kinderrechtsorganisation. Seit 25 Jahren hat jedes Kind Rechte, die in der UN-Kinderrechtskonvention festgehalten sind. Dazu gehören Dinge wie ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung, Gesundheit, das Recht auf Bildung oder der Schutz vor wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung.

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Gleich zum Wesentlichen: 8,3 Millionen Euro war dem neuen Eigentümer der Aperta wert. (Bild: Ferrari)

Bei derart noblen Zielen sitzt der Geldbeutel bei den (wohlhabenden) Autoliebhabern tendenziell lockerer als bei klassischen Autoversteigerungen. Der „Gewinner“ setzte sich immerhin gegen ein Dutzend Mitbieter durch. Erstaunlich ist der erzielte Preis dennoch. Normalerweise werden solche Summen eher bei Fahrzeugen erreicht, die zu den Klassikern gehören.

Doch das Fahrzeug ist auch ohne Legende und Patina etwas Besonderes. Es ist der letzte jemals gebaute LaFerrari im Allgemeinen und des LaFerrari Aperta im Besonderen. Der LaFerrari wurde 499-mal gebaut, bevor 2016 Nummer 500 zu Gunsten der Opfer der Erdbebenkatastrophe in Mittelitalien versteigert wurde – immerhin schon für sieben Millionen Euro.

Vom Aperta wurden in Summe 210 Exemplare gefertigt. Als der Hammer fiel, konnte sich der neue Besitzer noch nicht einmal hineinsetzen, da der Wagen noch nicht produziert war. Zur Besonderheit dieses Wagen kommen – mal abgesehen von der Stückzahl und der Charity-Verwendung – zwei USP dazu. Zum einen entstand der Wagen im Jubiläumsjahr der Marke. Immerhin feierte Ferrari im Jahr 2017 ihren 70. Geburtstag. Zum anderen schafften es weder der LaFerrari noch der Aperta in die Showräume der Händler. Beide Modelle waren nach exklusiven Präsentationen mit VIP-Kunden bereits vor der Markteinführung ausverkauft.

Beim versteigerten Exemplar wird ein weißer Streifen, der von der Front zum Heck verläuft, den Wagen zumindest optisch teilen. Auch das macht den Wagen einzigartig. Es sei denn, einer der VIP-Kunden hat zum Folien-Tuning gegriffen. Was bezweifelt werden darf. Im Innenraum haben die schwarzen Alcantara-Sitze Nähte in Rosso-Corsa-Rot. Für 8,3 Millionen Euro darf eben auch Liebe zum Detail erwartet werden.

Unter der Haube hat sich allerdings nichts getan, was als gute Nachricht aufgefasst werden darf. Die Ingenieure haben einen V12 mit 800 PS mit einem 163-PS-Elektromotor verheiratet, um so das erste Hybridfahrzeug der Marke zu schaffen. Dazu kommt das HY-KERS aus der Formel 1.

(chlo)