Abgas-Skandal: KBA könnte BMW entlasten
Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) könnte BMW in Kürze vom Vorwurf der Abgasmanipulation bei einem 3er entlasten. Bisherige Testergebnisse ließen nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Schluss auf eine unzulässige Abschalteinrichtung zu
(Bild: BMW)
- dpa
(Bild: BMW)
Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) könnte BMW in Kürze vom Vorwurf der Abgasmanipulation bei einem 3er entlasten. Bisherige Testergebnisse ließen nach derzeitigen Erkenntnissen keinen Schluss auf eine unzulässige Abschalteinrichtung zu, berichtete die Wirtschaftswoche (Ausgabe vom 15. Februar 2018) unter Berufung auf zwei mit der Sache vertraute Insider. Die Tests hätten nach Informationen des Blatts zwar einige erklärungsbedürftige Ergebnisse zutage gefördert, diese konnten aber offenbar aufgeklärt werden. Ein endgültiges Ergebnis stehe aber noch aus. Das dem KBA übergeordnete Bundesverkehrsministerium äußerte sich auf Anfrage des Magazins nicht.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte den Münchnern im Dezember 2017 vorgeworfen, bei einem BMW 320d mit der Abgasnorm Euro 6 eine illegale Abschalteinrichtungen verwendet zu haben. Informationen der Wirtschaftswoche zufolge hätten die Vorwürfe vom KBA zwar nachvollzogen werden können, seien aber nicht als normale Fahrbedingungen einzustufen gewesen.
BMW hatte die Messmethoden der DUH kritisiert, BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich hatte sie als „erzwungene und untypische Fahrweisen im Randbereich“ bezeichnet. BMW beharrt seit Bekanntwerden des Diesel-Abgasskandals rund um Volkswagen darauf, dass die eigenen Abgasnachbehandlungen nicht manipuliert seien. In die 3er-Reihe wird seit 2015 ein Speicherkat eingebaut, um die Grenzwerte der Abgasnorm Euro 6 zu erfüllen. Diese ist seit September 2015 für alle erstmals in der EU zugelassenen Autos Pflicht. Mitte Januar 2018 hatte BMW bekanntgegeben, ab dem Frühjahr 2018 auch in 1er, X1 und 3er einen SCR-Kat einzubauen – was einigermaßen überraschend kam, denn 1er und 3er stehen kurz vor der Ablösung. (mfz)