Test: Scheibenreiniger für den Sommer

Fertig gemischte Scheibenreiniger für den Sommer sind bequem und gut, so das Ergebnis eines Tests der GTÜ. Allerdings gibt es gleich zwei gute Gründe, trotzdem selber zu mischen. Denn der Preis ist im Vergleich hoch. Dazu kommt reichlich Müll

vorlesen Druckansicht 49 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.
Inhaltsverzeichnis

Sie sind eine bequeme Sache und wohl gerade deshalb so beliebt: Wer die Fertigmischung eines Scheibenreinigers nutzt, spart sich die händische Dosierung mit Konzentrat und Wasser aus der Leitung. Im Test der Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) und Autobild schneiden alle Kandidaten hinsichtlich ihrer Tauglichkeit passabel ab. Dennoch sollte man sich die Verwendung gut überlegen.

Die Tester haben sich vier Kapitel ausgedacht und unterschiedlich gewichtet: Anwendung (15 Punkte), Matrerialverträglichkeit (15 Punkte), Kosten (20 Punkte) und Wirksamkeit/Reinigungsleistung (50 Punkte). Besonders wichtig ist natürlich letzteres, denn ein Produkt, was hier schwächelt, kann noch so gut in allen anderen Wertungen abschneiden, ohne eine Chance auf den Testsieg zu haben. Die GTÜ simuliert Insektenreste mit einer Mischung aus Puderzucker, Ethanol, Eiweiß und -gelb. Das, was in der Stadt auf der Scheibe landet, wurde im Test mit Motoröl, Reifenabrieb, Ruß, Bremsstaub und Heißwachs nachgebildet.

Test: Scheibenreiniger für den Sommer (4 Bilder)

Im Sommer findet sich schnelle eine Mischung aus Straßendreck ...
(Bild: Martin Franz)

Die gute Nachricht: Die Tester bescheinigten allen gute bis sehr gute Ergebnisse – eine schmeichelhafte Umschreibung. Denn ein Blick in die Details offenbart durchaus Unterschiede. Beim „Stadtschmutz“ erreichen die besten (Sonax Xtreme, OMV Caristal und Shell Easyclean) 22 von 25 Punkten, die Schlusslichter von Kerndl (ab 3,99 €) und Total nur 15. Noch größer sind die Unterschiede bei der Beseitigung von Insektenleichen: Hier trennen Sieger (Sonax Xtreme (ab 6,68 €)) und Verlierer (Total) 11 Punkte.

Im Kapitel Anwendung wird der Geruch mit beurteilt – mag jeder darüber denken, wie er mag. Ich meine, dass hier der Geschmack der Tester zu hoch benotet wird. Eng liegen die Ergebnisse im Kapitel Verträglichkeit zusammen, fast alle erreichen die maximal mögliche Punktzahl. Das ist nicht nur bezogen auf Lack und Kunststoff wichtig. Denn kaum jemand leert seinen Behälter beim Wechsel von Winter- auf Sommerreiniger komplett aus. Im Reiniger für die kalte Jahreszeit ist vergleichsweise viel Ethanol enthalten, was im Zusammenspiel mit dem Sommerreiniger in der Vergangenheit nicht immer problemlos war. In diesem Test: Kein Problem.

Bleibt das Preis-Leistungsverhältnis. Die eingangs erwähnte Bequemlichkeit muss teuer erkauft werden. Im günstigsten Fall liegen zwischen einem Liter Fertiggemisch von Kerndl und einem eigenen Mix mit Dr. Wack nur 12 Cent, wobei berücksichtigt werden muss, dass die selbst zusammengerührte Mischung besser wirkt. Im Extremfall liegen jedoch mehr als 3 Euro dazwischen. Dabei ist die eigene Dosierung kein Drama. Fast alle Hersteller liefern eine Dosierhilfe mit dazu – bei Dr. Wack ist sie in der Flasche enthalten. Dazu kommt: Wer selber mischt, spart nicht nur Geld, sondern auch reichlich Müll. Aus 250 ml Konzentrat von Dr. Wack (ab 9,99 €) lassen sich immerhin 25 Liter zusammenrühren. (mfz)