Spirit of Berlin
Ein Knopfdruck, und der Fahrer kann sich zurücklehnen: Informatiker der Freien Universität Berlin haben das autonom fahrende Auto „Spirit of Berlin“ vorgestellt, das ohne menschlichen Eingriff seinen Weg findet
- Gernot Goppelt
Ein Knopfdruck, und der Fahrer kann sich zurücklehnen: Informatiker der Freien Universität Berlin haben das autonom fahrende Auto „Spirit of Berlin“ vorgestellt, das ohne menschlichen Eingriff seinen Weg findet. Lasersensoren, Videokameras, ein modernes Navigationssystem und vier Computer machen es möglich.
Scharfe Augen
Spirit of Berlin (3 Bilder)

Der "Spirit of Berlin" fährt auf Knopfdruck völlig eigenständig.
Mehrere am Fahrzeug montiere Sensoren beobachten Passanten, Autos, Krafträder und andere Verkehrsteilnehmer. Laserscanner werfen 150 Meter weit Laserstrahlen um das Fahrzeug, die von den Objekten in der Umgebung reflektiert werden. Die „Flugzeit“ des reflektierenden Lichts wird von den Sensoren gemessen. So erkennt der fahrende Computer, wo und in welchem Abstand sich Objekte befinden. Er ermittelt daraus eine genaue Karte der beweglichen und stillstehenden Objekte auf der Straße. Videokameras auf dem Dach übernehmen zusätzlich die Aufgabe, die Position der Fahrbahnmarkierungen und Fußwegen zu ermitteln.
Gutes Gedächtnis
Der Spirit of Berlin navigiert mit einem GPS-Navigationssystem, das um einiges genauer als herkömmliche GPS-Systeme sein soll. Auch beim Verlust der Satellitensignale – etwa wenn Hochhäuser die Satellitensignale behindern – schätzt das System nach Angaben der Forscher präzise die Position des Fahrzeugs. Dazu nutzt es Informationen aus Kreiselinstrumenten (Gyroskopen) und Beschleunigungssensoren.
Wacher Geist
Entscheidend für die automatische Steuerung ist, dass alle Informationen schnell und effizient verarbeitet werden. Vier IBM-Rechner empfangen alle Sensordaten, verarbeiten die GPS-Positionsinformationen, kombinieren die Informationen und treffen dann eine Entscheidung über die nächste Aktion.
Bewährung in Kalifornien
Die Berliner Forschergruppe hat das „Spirit of Berlin“ für das diesjährige Grand Challenge angemeldet – dem Wettrennen der Autoroboter. Das Rennen findet am 3. November in Kalifornien statt. Im Jahr 2005 kam der VW Stanley, ein autonom fahrender VW Touareg, als Erster ins Ziel.
Die Informatiker entwickelten das Fahrzeug in einem Gemeischaftsprojekt mit der Beriner Polizei. So überrascht nicht, dass sie Wach- und Objektschutz von großen Arealen und Hallen als mögliche Anwendungen nennen. Bis zum autonomen Fahren im Straßenverkehr dürfte es jedoch noch ein langer Weg sein. (ggo)