Motoren-Prototyp von Porsche geklaut?

Nach einem Bericht des Manager-Magazins ist der Prototyp eines Porsche-Motors aus einem Entwicklungszentrum des Herstellers verschwunden und zerlegt in einer Tuning-Werkstatt wieder aufgetaucht.

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  • Gernot Goppelt

Nach einem Bericht des Manager-Magazins ist der Prototyp eines Porsche-Motors aus einem Entwicklungszentrum des Herstellers verschwunden und zerlegt in einer Tuning-Werkstatt wieder aufgetaucht. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft ermittle gegen acht Verdächtige, die Motoren bei Porsche gestohlen und damit gehandelt haben sollen. Vier Verdächtige säßen bereits in Untersuchungshaft, so habe es eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde bestätigt, die Täter seien bereits geständig.

Unterschiedliche Darstellungen
Laut Ralph Niese, Unternehmenssprecher der Techart Automobildesign GmbH in Leonberg, sei dem Tuner von einem Leonberger Autohändler ein gebrauchter Motor eines Porsche Turbo 997 angeboten worden, dieser sei „im guten Glauben und gegen Rechnung“ gekauft worden. Den Motorenexperten von Techart sei danach aufgefallen, dass der Motor nicht dem Modell entsprach, das auf dem Kaufvertrag ausgewiesen sei. So sei der Motor an den Autohändler zurückgegeben und dort auch von der Staatsanwaltschaft sichergestellt worden.

Motoren-Prototyp von Porsche geklaut? (1 Bilder)

Porsche-Motoren sind auch auf regulärem Wege begehrt, hier der 3,8-l-Motor des Carrera S (Bild: Porsche)

Ein Porsche-Sprecher habe dagegen erklärt, insgesamt seien drei Motoren aus dem Entwicklungszentrum Weissach gestohlen worden, darunter ein „Motor der Zukunft“. Bei einer Durchsuchung in der Techart-Werkstatt seien die Motorteile sichergestellt worden. So sei auch nicht auszuschließen, dass es Blaupausen oder Kopien von den entwickelten Teilen gebe. Porsche habe die Polizei eingeschaltet, die wiederum die mutmaßlichen Diebe bei der Übergabe der Motoren an Mittelsmänner ertappt habe.

Porsche ist sauer
In einem Bericht der Leonberger Zeitung, der einen Tag später erschien, wurde Porsche-Sprecher Christian Dau zitiert, Porsche sei bestürzt darüber, dass „alles, was wir vermisst haben, bei Techart gefunden wurde. Gegen den Geschäftsführer von Techart, Thomas Beringer, habe Porsche Strafanzeige gestellt. (ggo)