Lada 2170/2172: Russische Evolution
Es kommt beinahe einer kleinen Revolution gleich: Der russische Hersteller Lada zeigt nach langer Zeit eine neue Modellfamilie, die allerdings auf dem Vorgängermodell basiert. Serienmäßig ist mehr Sicherheit an Bord
- rhi
Leipzig, 8. April 2008 – Ein neues Lada-Modell ist für westliche Motorjournalisten stets ein besonderes Erlebnis. Meist wird es über längere Zeit hinweg bei verschiedenen Automessen ausgestellt oder angekündigt. Kommt es dann auf den Markt, ist es oftmals bereits veraltet. Mit dem kleinen Kalina versuchten die Russen, näher am Puls der Zeit zu sein, ob es mit ihrem neuesten Streich gelingt, ist aufgrund seiner Herkunft abzuwarten.
Zwei Versionen
Der Neuling ist schon länger unter dem Namen „Priora“ bekannt. Auf den deutschen Markt kommen nun die Varianten 2170 (Stufenheck) und 2172 (Fließheck). Grundlage ist nach wie vor die bereits seit 1995 gebaute 2110-Limousine, allerdings wurden Front- und Heckpartie völlig überarbeitet und mit einer modernen Optik versehen. Unter anderem erstrahlen die Scheinwerfer nun in Klarglasoptik und der Innenraum bietet höherwertiges Plastik. Bei beiden Modellen ist der Kofferraum erweiterbar.
Lada 2170/2172: Russische Evolution (6 Bilder)

Auf der Automesse AMI in Leipzig stellt Lada seine neue Modellreihe vor
Nichts als Otto
Wer auf einen Diesel im neuen Lada hofft, wird enttäuscht. Als Antrieb muss der bekannte Vierzylinder-Benziner mit 1596 Kubikzentimeter Hubraum und 98 PS herhalten, geschaltet wird per Fünfgang-Schaltgetriebe. Das reicht für 183 km/h Spitze, eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 11,5 Sekunden und einen Verbrauch 7,2 Liter auf 100 Kilometer im Zyklus.
Gut sortiert
Die Ausstattung ist guter Durchschnitt: An Bord sind Fahrer- und Beifahrerairbag sowie ein ABS. Auch ein ESP ist laut Importeur geplant, sollte in dieser Klasse aber von vorneherein selbstverständlich sein. Zudem gehören unter anderem Servolenkung, Metalliclackierung, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber vorne zur Serienausstattung. Lada gibt eine allgemeine Garantie von vier Jahren sowie sechs Jahre auf Durchrostung. Auf den Markt kommen soll der 2170 Ende des Jahres 2008, der 2172 folgt Anfang 2009. Mit dem wichtigen Kombimodell ist nicht vor 2010 zu rechnen. Zu den Preisen macht Lada noch keine Angaben, man will aber das Ziel erreichen, den Preis unter der Marke von 10.000 Euro zu halten – ob das reicht? (rh)