Enten-Tanz: Citroën C3 Pluriel Charleston
Es ist nicht wirklich der wahre Nachfolger des legendären 2CV, der dieses Jahr 60 Jahre alt wurde. Doch für nostalgische Gefühle könnte der C3 Pluriel Charleston auf dem Pariser Autosalon dennoch sorgen
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Köln, 9. September 2008 – 1948 wurde der legendäre Citroën 2CV auf dem Pariser Autosalon enthüllt, im Juli 1990 verließ die letzte Ente das Werk im portugiesischen Mangualde. Wer die Ente noch selber fahren konnte, mag schon glauben, was ihrem Konstrukteur André Lefèbvre damals angeblich aufgetragen wurde: „Entwerfen Sie ein Auto, das Platz für zwei Bauern in Stiefeln und einen Zentner Kartoffeln oder ein Fässchen Wein bietet, mindestens 60 km/h schnell ist und dabei nur drei Liter Benzin auf 100 km verbraucht. … Es muss ausgesprochen gut gefedert sein, so dass ein Korb voll mit Eiern eine Fahrt über holprige Feldwege unbeschadet übersteht“.
60 Jahre Ente
In ihren letzten Lebensjahren war die „Ente“ im Grunde ein technischer Anachronismus und selbst durch ihre Beliebtheit innerhalb des Unternehmens kaum noch zu rechtfertigen. Denn ähnlich wie beim Renault 4, der seiner Zeit technisch kaum weniger weit hinterher war, entsprachen die Produktionsmethoden längst nicht mehr modernen Anforderungen. Dennoch konnte der 2CV sich erstaunlich lange im Markt halten, sein Image wandelte sich dabei immer mehr vom komfortablen Nutzfahrzeug zum Trend-Mobil einer ökologisch bewussten Bildungsbürger-Generation.
Enten-Tanz: Citroën C3 Pluriel Charleston (5 Bilder)

In klassischem Schwarz-Bordeauxrot: Der Citroën C3 Pluriel Charleston
Manche Fans wurden allerdings 1981 hart geprüft, als die erste Charleston-Ente als Sondermodell das Licht der Werkhallen erblickte und ab 1982 gar zum Serienmodell befördert wurde, denn mit der bescheidenen Einfachheit war es damit vorbei – zumindest optisch. Anfangs zeichnete sich die im Stil der 20er Jahre gehaltene Sonder-Ente durch eine schwarzrote Lackierung, aufgewertete Sitzpolster, runde Scheinwerfer und teilverchromte Radkappen aus. Kurz nach Produktionsstart kam die Farbkombination Schwarzgelb hinzu, die 1984 durch eine Hellgrau-Dunkelgrau-Kombination ersetzt wurde.
Moderne Interpretation
In diesem Jahr wird der Citroën 2CV 60 Jahre alt. Und nun fahren die Franzosen den C3 Pluriel Charleston zum Pariser Autosalon (4. bis 19. Oktober 2008). Der Wagen soll durch sein besonderes Styling an die Charleston-Modelle des 2CV erinnern. Seine Voraussetzungen dafür sind günstig, galt er doch bereits bei seinem Erscheinen als einigermaßen legitimer Nachfolger der Ente. Der neue Citroën C3 Pluriel Charleston hält sich farblich an das frühe Original mit schwarz-bordeauxroter Lackierung. Als Grundlage dient der C3 vom oberen Ende der Modellpalette, also mit 109-PS-Motorisierung in der Ausstattungsvariante Exclusive. Innen sollen Klavierlack-Applikationen und Ledersitze für gehobenes Ambiente sorgen. Zudem fallen die 15-Zoll-Felgen durch ein rot lackiertes Zentrum auf. Der Charleston-C3 ist ab Anfang 2009 in Deutschland zu haben. Preise und genaue technische Daten werden von Citroën erst zum Marktstart bekannt gegeben. (imp)