Betrug im koreanischen Zweig von Lernout & Hauspie

Der koreanische Zweig von Lernout & Hauspie soll seinen Mutterkonzern um mehrere Millionen Dollar geprellt haben.

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Von
  • Daniel LĂĽders

Durch als Kunden getarnte Mitarbeiter und Manager, die mit betrügerischen Bankhäusern gemeinsame Sache machten, soll es dem koreanischen Zweig der Softwareschmiede Lernout & Hauspie (L&H) gelungen sein, Wirtschaftsprüfer der Muttergesellschaft in betrügerischer Weise zu täuschen.

Nachforschungen des Wirtschaftsprüfers PriceWaterhouseCoopers auf Geheiß der Hauptstelle in Belgien ergaben nach einem Bericht des Wall Street Journal weiterhin, dass wahrscheinlich alle Verkaufszahlen der koreanischen Tochter gefälscht seien. Der gesamte Plan ermöglichte es, der Geschäftsstelle vorzutäuschen, die Firma befinde sich im Aufwind. Diverse Manager sollen durch diesen Betrug mehrere Millionen US-Dollar Prämie abkassiert haben. Allein der Leiter des Managements, Joo Chul Seo, soll einen Betrag von 25 Millionen US-Dollar eingestrichen haben. Er wurde bereits im November des vorigen Jahres von L&H gefeuert.

Möglich wurde der gesamte Schwindel erst durch diverse koreanische Banken, die mit der angeblich korrupten Leitung der Zweigstelle zusammengearbeitet haben sollen. Ihnen wird vorgeworfen, durch Geldschiebereien vermeintliche Produktverkäufe "simuliert" zu haben. Wollte der von L&H zu diesem Zeitpunkt beauftragte Wirtschaftsprüfer KPMG die vermeintlich getätigten Verkäufe nachvollziehen, so gaben sich einfach die Mitarbeiter des Managements als die entsprechenden Kunden aus. Der neue CEO von L&H in Belgien, Philippe Bodson, kündigte bereits rechtliche Schritte gegen das Management der koreanischen Tochter sowie gegen vier koreanische Bankhäuser an.

Der Hersteller von Spracherkennungssoftware Lernout & Hauspie geriet zuletzt in die Schlagzeilen, nachdem das Unternehmen wegen gefälschter Finanzberichte sowie zwielichtiger BND-Kontakte fast seine gesamte Führung auswechseln ließ und sogar Mitbegründer Jo Lernout sich nach schweren Vorwürfen offiziell vom Firmengeschehen zurückziehen musste. (dal)