Tang-Hua-Studien: Chinesisches Kuriositäten-Kabinett

Hut ab vor Li Guang Ming. Der chinesische Designer und Vater des "Detroit Fish" will einen eigenen Stil fĂĽr Autos aus dem Reich der Mitte kreieren. Und offensichtlich ist es dem Mann damit todernst

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  • sg
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Detroit, 24. Januar 2008 – Hut ab vor Li Guang Ming. Der chinesische Designer ist auf der Suche nach einem unverwechselbaren und eigenen Stil für Autos aus dem Reich der Mitte. Und offensichtlich ist es ihm damit todernst. Ja: Seine drei Studien, die er auf der Detroit Auto Show präsentiert, sehen – vorsichtig gesagt – gewöhnungsbedürftig aus. Bei aller Skurrilität sind sie aber wenigstens eigenständige Entwürfe, keine der typisch chinesischen Patchwork-Autos, deren Design aus zusammengeklauten Versatzstücken europäischer Vorbilder besteht. Was Guang Ming (oder Guangming – auch seine eigene Website ist sich bei der Schreibweise nicht sicher) langfristig anstrebe, sei die Entwicklung eines Autos, das eine ähnliche Bedeutung für China habe, wie sie der Käfer für Nachkriegsdeutschland hatte.

Die runden Formen des VW Käfer haben es dem Chinesen offensichtlich angetan. Das Design der drei Tang-Hua-Elektromobile erinnert an naive Kunst, an die Teletubbies oder Kindermöbel von Ikea: kugelrunde Karossen, die aus weit aufgerissenen Rundscheinwerfern neugierig in die Welt blicken. Typisch asiatisches Niedlichkeitsdesign eben, angesiedelt irgendwo im geschmacklichen Niemandsland – zumindest für westliche Augen. Ebenso merkwürdig: die Namen der Prototypen. Da gibt es etwa den „Detroit Fish“, den größten der drei gelben Racker. Mit seitlichen Trittbrettern in Flossenform, vier Sitzplätzen und dem Charme eines Karts vom Disneyland-Minigolfplatz. Sein kleinerer Bruder bietet Platz für zwei Personen, erinnert an ein Ei auf vier Rädern und hat einen fast noch ulkigeren Namen, er heißt „Piece of Cloud“ (in etwa: „Wolkenstück“). Die dritte Studie bietet ebenfalls Platz für zwei und hat darüber hinaus sogar zwei richtige Türen. Ähnlichkeit zu den beiden anderen Knubbel-Kisten herrscht bei der Namensgebung, denn welcher klar denkende Mensch käme schon auf die Idee, ein Auto „Book of Songs“ („Liederbuch“) zu nennen?

Tang-Hua-Studien: Chinesisches Kuriositäten-Kabinett (3 Bilder)

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