Allradlenkung Ă  la Renault: Der Laguna GT bekommt sie als Erster

Renault geht neue Wege für mehr Fahrsicherheit: Beim sportlichen Laguna GT lenken auch die Hinterräder mit. Das soll für erhöhte Sicherheit sorgen und außerdem die Lenkbewegungen reduzieren

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Brühl, 22. Februar 2008 – Honda versuchte es im Prelude, Mitsubishi im 300 GT und selbst Citroën im ZX. Sie alle hatten mehr oder weniger aufwendige mitlenkende Hinterachsen, doch etablieren konnte sich die Technik bei Serienfahrzeugen bisher kaum. Nun präsentiert Renault ein Serienmodell mit Allradlenkung. Die mitlenkende Hinterachse des neuen Laguna GT soll die Fahrsicherheit erhöhen und gleichzeitig die Lenkpräzision verbessern. Zur Motorisierung des GT stehen ein Turbobenziner und ein Turbodiesel zur Wahl.

Herzstück des sportlichen Laguna ist das so genannte Active-Drive-Fahrwerk, das bereits im seriennahen Laguna Coupé Concept auf der Frankfurter Automesse IAA im September 2007 verbaut war. Der mit vier gelenkten Rädern ausgestattete Laguna GT soll weniger Lenkbewegungen erfordern und direkter und präziser auf diese reagieren. Das macht ihn laut Renault auf kurvenreichen Strecken oder bei plötzlichen Ausweichmanövern sicherer und zudem wendiger im Stadtverkehr.

Allradlenkung Ă  la Renault: Der Laguna GT bekommt sie als Erster (9 Bilder)

Der Renault Laguna GT ist als Limousine und als Kombiversion Grandtour (links) erhältlich

Die Hinterräder werden von einem Elektromotor gelenkt und können um bis zu 3,5 Grad eingeschlagen werden. Üblicherweise beträgt dieser Winkel laut Renault weniger als 2 Grad. Bei Geschwindigkeiten unter 60 km/h schlagen die Hinterräder entgegengesetzt zu den Vorderrädern ein. Dadurch soll der Wendekreis des Fahrzeugs um zehn Prozent verkleinert werden – von 12,05 auf 10,8 Meter. Ab Tempo 60 lenkt der elektrische Stellmotor die Hinterräder in die gleiche Richtung wie die Vorderräder und erhöht damit die Spurtreue.

Doch diese fest definierten Eingriffe sind noch nicht alles: Unsere Nachfragen bei Renault haben ergeben, dass die Hinterradlenkung in Grenzsituationen blitzartig reagieren kann, um im Sinne eines Stabilitätssystems das Fahrverhalten zu korrigieren. Das macht das ESP nicht überflüssig, aber seinen Einsatz erst später notwendig – solange eine Lenkkorrektur genügt, muss der Wagen eben noch nicht eingebremst werden.

Schon seit längerem haben übrigens einige Fahrwerksentwickler die Vision, ESP, aktive Allradlenkung und ein drehmomentbasiertes System zu einem integrierten Fahrdynamikregelsystem zu kombinieren. Ganz soweit geht Renault zwar noch nicht, aber bereits die Kombination aus ESP und Allradlenkung dürfte der Fahrdynamik und Sicherheit spürbar zugute kommen.