Flotter Streifen-Wagen
624-PS-Bolide für die Rennstrecke - aber mit Straßenzulassung. Knapp fünf Sekunden nimmt der Cargraphic Turbo GT RSC 3.6 seiner Serienbasis Porsche 911 Turbo auf dem kleinen Kurs in Hockenheim ab
- sg
Landau, 9. Februar 2009 – Ursprünglich wollte Porsche-Spezialist Cargraphic bei der 2008er-Ausgabe des Tuner Grand Prix mit einem modifizierten 911 GT2 antreten. Da die Regeln zu diesem Zeitpunkt allerdings den Einsatz von Semi-Slicks nicht gestatteten, entschied man sich in Landau für den 911 Turbo als Basis. Dessen Allradsystem, so vermutete der Tuner, müsste mit Straßenreifen deutliche Traktionsvorteile gegenüber dem heckgetriebenen GT2 bieten.
Auto-Phönix aus der Asche
Um den Stuttgarter für seinen Einsatz auf dem kleinen Kurs in Hockenheim richtig vorzubereiten, wurde das gute Stück von Cargraphic praktisch komplett zerlegt und mit hauseigenen Performance-Komponenten neu aufgebaut. Dem 3,6-Liter-Boxermotor spendierten die Pfälzer unter anderem eine Sportabgasanlage, modifizierte Turbolader und ein Software-Update. Diese Maßnahmen hauchen dem aufgeladenen Sechszylinder eine Gesamtleistung von 624 PS ein und verhelfen ihm zu einem Drehmomentmaximum von 826 Newtonmeter. (Serie: 480 PS, 620 Nm).
Flotter Streifen-Wagen (10 Bilder)

Mit Nummernschild und Umweltplakette: Der Turbo GT ist voll straßentauglich.
Alles muss raus!
Für die Kontrolle von so viel Kraft ist ein vom Tuner abgestimmtes, komplett einstellbares Bilstein-Gewindefahrwerk zuständig. Den Kontakt zur Straße stellt der 997 Turbo GT RSC 3.6 über geschmiedete Monoblock-Felgen im Format 19-Zoll her. Vorne sitzen 265er-Gummis in den Radhäusern, hinten kommen 315er-Reifen zum Einsatz. Um die negative Beschleunigung kümmert sich eine Stahlbremse mit 380er-Scheiben rundum. Die haben mit dem modifizierten Schwaben leichtes Spiel: Dank umfangreicher Leichtbaumaßnahmen drückt Cargraphic das Gesamtgewicht des Allradlers um 110 Kilogramm. Vollgetankt wiegt das Turbo-Geschoss gerade mal 1495 Kilogramm. Verantwortlich für den Gewichtsverlust sind Leichtbau-Türen, Frontkotflügel und Kofferraumdeckel aus Karbon, spezielle Türverkleidungen sowie Leichtbau-Rennschalen und -Teppiche. Zusätzlich entfernt der Tuner die Rücksitze und ersetzt sie durch den Überrollbügel des 911 GT3 RS.