Nach Monopolvorwürfen: Apple verteidigt den App Store

Der App Store sei ein fairer Marktplatz, betont Apple. Man verdiene bei einem Großteil der Apps nichts mit – und habe viele Wettbewerber.

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Apple - App Store

Für iPhone-Besitzer führt praktisch kein Weg vorbei am App Store.

(Bild: dpa, Ritchie B. Tongo/EPA)

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Apple hat auf Vorwürfe von App-Anbietern und Kunden reagiert, der Konzern schränke den freien Vertrieb von iPhone-Apps ein. Der App Store "begrüßt Wettbewerb", betonte Apple auf einer im Vorfeld der Entwicklerkonferenz WWDC neu eingerichteten Informationsseite über die "Prinzipien und Praktiken" des zentralen App-Ladens.

Apple führt iPhone-Apps von Dritten auf, die mit eigenen Angeboten konkurrieren.

Es gebe viele Kategorien, in denen hauseigene Apps mit denen von Dritt-Anbietern konkurrieren, schreibt das Unternehmen zudem und nennt mehrere Beispiele etwa zu alternativen E-Mail-Clients wie Gmail und Outlook, anderen Browsern, Cloud-Diensten, Kartenanbietern und Musik-Apps, darunter auch Spotify.

Zugleich führt der iPhone-Konzern im Detail aus, mit welchen Geschäftsmodellen Apps Geld verdienen können – und wann Apple jeweils mitverdient. Man streiche nur dann eine Provision ein, wenn "digitale Güter oder Dienste" durch eine App ausgeliefert werden, erläutert das Unternehmen. 84 Prozent aller Apps seien aber kostenlos und "Entwickler zahlen nichts an Apple". App-Anbieter könnten die Preise zudem innerhalb bestimmter Preisstufen frei festlegen, wie in jedem "fairen Marktplatz".

Man übernehme außerdem die Verantwortung, dass alle Apps im App Store einen hohen Standard in Hinblick auf "Datenschutz, Sicherheit und Inhalt" erfüllen, schreibt Apple weiter. 40 Prozent aller der 100.000 pro Woche zur Prüfung vorgelegten Apps würden abgelehnt – hauptsächlich wegen kleiner Bugs, gefolgt von Datenschutzproblemen.

Apples App-Store-Zwang und das damit verknüpfte Geschätsmodell gerät zunehmen unter Druck: Der Musik-Streaming-Dienst Spotify sieht sich gegenüber Apples eigenem Streaming-Dienst im Nachteil und hat eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Der Knackpunkt: Apps, die digitale Inhalte direkt an Nutzer verkaufen wollen, müssen dafür Apples Bezahlschnittstelle nutzen, an jedem Kauf und Abonnement verdient Apple bis zu 30 Prozent mit. Die Verwendung anderer Bezahldienste ist nicht erlaubt. Apps ist es zudem klar untersagt, auf externe Abo-Möglichkeiten zu verweisen, etwa in Form eines Links auf die eigene Webseite.

In den USA versuchen Kunden parallel dazu, Apple mit Sammelklagen dazu zu zwingen, einen freien Vertrieb von iPhone-Apps zu erlauben und den App-Store-Zwang aufzuheben, da dieser Preise künstlich in die Höhe treibe, so das Argument.

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(lbe)