Steuer-Reform – das "intelligente Lenkrad"
Wenn es nach dem Ranshofener Entwicklungsunternehmen Audio Mobil geht, lässt sich mit einem Lenkrad in Zukunft weit mehr anfangen als nur das Fahrzeug zu lenken
- Gernot Goppelt
Ranshofen (Österreich), 13. Februar 2009 – Wenn man heutzutage mit dem Lenkrad unter dem Arm nach Hause kommt, ist das in der Regel kein gutes Zeichen. In einigen Jahren könnte sich das ändern. Das österreichische Entwicklungsunternehmen „Audio Mobil“ entwickelt derzeit ein Lenkrad, das neben seiner eigentlichen Funktion auch als Kommandozentrale im Auto fungiert. Es könnte somit viele Anzeige- und Bedieninstrumente ersetzen, die derzeit noch in der Instrumententafel untergebracht sind. Audio Mobil will alle Instrumente, Schalter und Hebel am Lenkrad zusammenfassen und zu einer logischen Einheit verbinden. Zentrales Element ist ein hochauflösendes Display, das alle Informationen darstellt, sei es Tacho, Navigation, eine Telefonnummer oder das Bild der Rückfahrkamera usw.
Steuer-Einheit
Das Volant wird damit ganz nebenbei zum multimedialen Wertgegenstand, doch das ist nicht der eigentliche Grund, warum es abnehmbar ist. Das „intelligente Lenkrad“, wie Audio Mobil es nennt, ist neben seiner klassischen Funktion auch eine Art mobile Schnittstelle zwischen Auto und Heim, wo man es an den Computer anschließen kann, um zum Beispiel Updates zu laden. Klingt gut, andererseits kann man sich mit Recht fragen, welchen Vorteil es haben soll, das komplette Instrumentarium ins Lenkrad zu verlagern – schließlich hat sich doch die Anordnung in der Instrumententafel über Jahrzehnte bewährt.
Steuer-Reform – das "intelligente Lenkrad" (5 Bilder)

Audio Mobil will das Lenkrad zur zentralen Steuer- und Kommunikationseinheit machen. (Bild: Audio Mobil)
Zunächst einmal soll das Konzept es erleichtern, sich auf das Verkehrsgeschehen zu konzentrieren, weil das Auge nicht im Innenraum „herumwandern“ muss. Da auch viele Schalter ins Lenkrad wandern, gilt das prinzipiell auch für die Hände. Dennoch wird man in der Praxis wohl nicht auf den ein oder anderen klassischen Knopf oder Hebel verzichten, um ihn ohne Umwege im Sofortzugriff zu haben. Denn nicht erst seit der ersten Generation von BMWs i-Drive ist klar, dass für wichtige Funktionen manchmal ein handfester Schalter noch immer die beste Lösung ist. Nicht ohne Grund kümmern sich Automobilentwickler intensiv um die Frage, wie alte Menschen mit der Bedienung eines Autos klarkommen.