Vernetzte Autowelten: BMW zeigt IT-Innovationen im Automobil
Elektronik beherrscht die Automobiltechnik immer mehr. BMW stellte nun auf einem „IT-Innovationstag“ seine Ideen und Lösungen vor – von Systemen zur Fahrererkennung über die Bedienungsanleitung per Internet bis hin zur Teleprogrammierung
- sl
München, 14. März 2008 – 90 Prozent der Innovationen in der Automobiltechnik spielen sich in der Elektronik ab. Ob Antrieb, Fahrwerk oder das so genannte Infotainment, in keinem anderen Bereich schreitet die Entwicklung im Automobil so schnell voran. Hinter dieser Entwicklung stecken zum einen Notwendigkeiten wie die Forderung nach weniger Verbrauch und Emissionen – ohne ausgefeilte Motorsteuerung wäre man hier schnell am Ende des Ingenieurslateins. Doch auch die Bestrebungen, Musik, Film oder Internet ins Auto zu bringen, stell die Entwickler vor einige Herausforderungen, weil die Entwicklungszyklen von Autos und Kommunikationstechnik so gar nicht zusammenpassen wollen. Deshalb stellte BMW nun im Rahmen eines IT-Innovationstags seine Neuentwicklungen auf diesem Gebiet vor.
Fahrererkennung per Infrarotkamera
Zu den interessantesten Ideen gehört eine Verbesserung in punkto Individualisierung. Viele Oberklasseautos haben heute schon über eine Memoryfunktion für die Einstellung von Außenspiegeln und Sitzen. Doch für mehr als zwei Fahrer lassen sich die Einstellungen selten speichern. Anders ist das bei einem von BMW entwickelten System, das den Fahrer automatisch mithilfe einer Infrarotkamera erkennt. Die nur wenige Zentimeter große Kamera wird irgendwo im Bereich des Armaturenbretts installiert. Sie registriert Strahlung aus dem nahen Infrarotbereich, das heißt aus dem Wellenlängenbereich zwischen dem sichtbaren Licht und der Wärmestrahlung. Damit die Kamera etwas „sieht“, werden zwei Infrarotscheinwerfer benötigt, die das Gesicht des Fahrers anstrahlen. Die Insassen bemerken davon jedoch nichts, so BMW.
Vernetzte Autowelten: BMW zeigt IT-Innovationen im Automobil (14 Bilder)

Driver Memory: Fahrererkennung per Kamera zur Optimierung des Sitzpositions-Speichers
Sicherer als Fingerabdruck-Erkennung
Eine Software wandelt die aufgenommenen Bilder in Matrizen um und vergleicht diese mathematischen Objekte mit den Daten von bereits gespeicherten Fahrern. Bei einer Übereinstimmung werden die Sitze und die Spiegel passend eingestellt. Auch kann das Radio schon mal die Lieblingssender des Fahrers heraussuchen. Durch die Aufnahme einer Bildserie werden Personen besonders sicher erkannt. Hier liegt auch der Vorteil gegenüber einer Fingerabdruck-Erkennung. Denn Scanner erkennen einen Daumen nicht immer beim ersten Auflegen, wie Kunden einer Automaten-Videothek aus eigener Erfahrung wissen. Da ist die IR-Kamera die bessere Lösung, glauben die BMW-Ingenieure.