Kleines und kompaktes Motorrad-ABS

Auch bei Motorrädern beginnt das Antiblockiersystem sich zu etablieren. Noch ist es allerdings vielfach zu teuer und zu schwer. Dabei könnten mit ABS viele Unfälle verhindert werden

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Von
  • Gernot Goppelt
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Frankfurt, 27. Februar 2009 – Es hat lange gedauert, bis das Antiblockiersystem (ABS) seinen Weg ins Zweirad fand, und noch immer ist das Sicherheitssystem eher die Ausnahme als die Regel. Ein Blick in die Aufpreislisten zeigt, woran es liegen könnte: Die neue BMW F 800 S zum Beispiel kostet 8750 Euro, das ABS schlägt zusätzlich mit 710 Euro zu Buche. Die beliebte Honda CBF 600 kostet 6440 Euro, für das ABS werden hier 600 Euro fällig – allerdings immerhin mit einem Hauptständer als Bonus. Kurz: ABS für ein Motorrad macht derzeit in der Mittelklasse bis zu 10 Prozent des Kaufpreises aus, das ist ist manch einem Kunden zu happig.

ABS muss gĂĽnstiger werden
Außerdem lehnen noch immer viele Motorradfahrer das System ab – teils in Überschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten, aber auch weil das ABS ist einigen Modellen eine sehr indifferente Rückmeldung im Bremshebel gibt. Für Motorradfahrer, die mit Recht ein möglichst verlässliches Gefühl für die Straße haben wollen, ist das höchst gewöhnungsbedürftig. Doch vor allem die derzeitigen Aufpreise sind auf Dauer nicht vermittelbar. Für Hersteller und Zulieferer kommt es deswegen darauf an, die Systeme preisgünstiger zu machen, damit sie vom Markt angenommen werden.

Kleines und kompaktes Motorrad-ABS (3 Bilder)

Das neue Motorrad-ABS wiegt nur 1,2 kg und benötigt wenig Bauraum.

Die „Chassis & Safety“-Division von Continental hat jüngst ihre neueste Generation eines ABS für Motorräder vorgestellt. Das neue MAB (Motorrad-Antiblockiersystem) wiegt nur 1,2 kg und kann unauffällig in die „Infrastruktur“ von Motorrädern integriert werden. Wie bei jedem Motorrad-ABS gibt es dazu vorne und hinten Sensoren, die die Drehgeschwindigkeit des jeweiligen Rades überwachen. Droht ein Rad zu blockieren, was sich in plötzlich abnehmender Drehgeschwindigkeit äußert, wird der hydraulische Bremsdruck reduziert.