Geistiger Vater des Ford Mustang Lee Iacocca ist tot
Lee Iacocca hatte gezeigt, dass der amerikanische Traum kein Mythos ist, sondern sich erarbeiten lässt. Er war einer der ganz Großen in der US-Automobilindustrie, galt nicht nur als einer der Väter des legendären Ford Mustang. Dem visionären Manager wird auch die Rettung von Chrysler zugute gehalten
- dpa
Die Automobil-Ikone Lee Iacocca ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Washington Post berichtete unter Berufung auf die Tochter Lia Iacocca Assad, Lee Iacocca sei in Kalifornien an den Folgen von Parkinson gestorben.
(Bild:Â Ford)
Fiat Chrysler (FCA) würdigte in einer Mitteilung am Dienstagabend (Ortszeit) die Rolle, die Iacocca als Chef des Chrysler-Konzerns spielte. Iacocca wird zugeschrieben, Chrysler im Jahr 1980 vor der Pleite bewahrt zu haben. „Er war einer der großen Führer unseres Unternehmens und der gesamten Autoindustrie“, hieß es in der Mitteilung. Iacocca habe eine „historische Rolle“ dabei gespielt, Chrysler durch die Krise zu führen.
Die Eltern des mit vollständigem Name Lido Anthony gerufenen Iacocca kamen aus Italien und betrieben eine Pizzabäckerei. 1946 begann er als 22-jähriger Ingenieur als Praktikant in Fords Entwicklungsabteilung. Er konstruierte in weiten Teilen die aus Anhieb erfolgreiche Auto-Legende Ford Mustang. 1964 auf den Markt gekommen begründete er die neue neue Fahrzeugklasse, die bald „Pony Car“ genannt werden und von allen wichtigen Wettbewerbern kopiert werden sollte. 1965, im Alter von nur 36 Jahren machte Ford ihn zum Vizepräsidenten, 1970 dann zum Präsidenten.
Nachdem er 1978 von einem der Nachfahren des Firmengründers entlassen worden war, wurde er bald darauf Chef von Chrysler. Ein vermeintlicher Selbstmordauftrag, denn der damals drittgrößte amerikanische Autobauer stand zu dem Zeitpunkt nach Rekordverlusten, Qualitätsproblemen und Ärger mit den Gewerkschaften kurz vor der Pleite. Mit dem Van Chrysler Voyager bewies der Manager abermals das Gespür für das richtige Auto zur richtigen Zeit. Schon nach wenigen Jahre wurde der Konzern unter Iacocca wieder hochprofitabel. 1992 ging Iacocca in den Ruhestand.
Chrysler fusionierte 1998 mit Daimler-Benz. Ex-Chrysler-Chef Iacocca zeigte sich damals verärgert, dass ihn der damalige DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp nicht wieder reaktivierte. Schrempp habe ihn monatelang hingehalten, beklagte sich Iacocca in einem Interview der Tageszeitung Detroit News. Iacocca wollte als Berater oder Sprecher zu dem Autobauer zurückkehren. „Um ehrlich zu sein, ich hätte meinen rechten Arm dafür gegeben“, sagte er. Eine längere Glosse über den Manager finden Sie bei uns unter „work hard play hard“.
2007 verkaufte Daimler die Mehrheitsbeteiligung an der Chrysler-Gruppe. Vor knapp fĂĽnf Jahren fusionierte Chrysler dann mit dem italienischen Autobauer Fiat. (fpi)