Hybrid mit Weitblick

Opel, Bosch und die Uni Stuttgart haben ein Hybridfahrzeug entwickelt, dessen Betriebs­strategie sich die Daten des Navigationssystems zunutze macht

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Rüsselsheim/Stuttgart, 23. März 2009 – Nach zweijähriger Forschung und Entwicklung haben Opel und das Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen (IVK) der Universität Stuttgart ein Fahrzeug mit Erdgas-Hybridantrieb vorgestellt. In einem Astra Caravan wurde ein kleiner Erdgas-Turbomotor mit einem Elektroantrieb kombiniert. Weitere Partner in dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Projekt waren Bosch sowie das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS).

Im Astra steckt ein Parallelhybridantrieb, der aus einem gasbetriebenen Downsizing-Motor in Verbindung mit einem automatisierten Schaltgetriebe und einem Elektromotor besteht. Der Einliter-Dreizylindermotor des Astra-Forschungsfahrzeugs wurde durch eine Abgas-Turboaufladung von 44 kW (60 PS) auf 71 kW (97 PS) gebracht. Das Drehmoment stieg dabei von 80 auf 160 Newtonmeter. Er wird mit Erdgas betrieben, ein normaler Benziner wäre aber ebenso denkbar. Die Motorkonfiguration entspricht dabei dem, was wohl in einigen Jahren häufiger anzutreffen sein dürfte. Denn ein kleinvolumiger Dreizylindermotor mit Turboaufladung gilt bei kleinen Hubräumen als fast ideale Kombination für Downsizing. Vier­zylinder­motoren mit gleichem Hubraum mögen zwar laufruhiger sein, doch Motoren mit weniger Zylindern gelten unter anderem wegen weniger Reibung als spezifisch effizienter.

Hybrid mit Weitblick (2 Bilder)

Opel Astra Caravan als Erdgas-Hybrid: Das Forschungsfahrzeug emittiert weniger als 90 g/km CO2 pro Kilometer.

Der Motor wird mit einem automatisierten Schaltgetriebe (ASG) mit fünf Gängen kombiniert, das schon heute in diversen Opel-Modellen zum Einsatz kommt. Während das ASG heutzutage bei konventionellen Antrieben als preisgünstig aber unkomfortabel gilt, bringt es für den Hybridantrieb bessere Voraussetzungen mit: Hier könnten die typischen Zugkraftunterbrechungen gut vom Elektromotor überbrückt werden. Dieser wurde übrigens von Bosch bereitgestellt. Mit 35 kW (48 PS) und 160 Nm Drehmoment bietet er genügend Kraft, um im Boost-Betrieb den Verbrennungsmotor zu unterstützen. Aber auch ein rein elektrisches Fahren ist vorgesehen.