Entlastung für Autobahnparkplätze
Kreuz und quer von Lkw zugeparkte Autobahnrastplätze gefährden gerade nachts andere Autofahrer. Eine Pilotanlage in Aichen soll das Problem entschärfen helfen, indem sie die Zahl der freien Plätze schon vor der Ausfahrt anzeigt
- ssu
Gaggenau, 22. April 2008 – Um Lkw-Fahrer auf der A 8 Ulm – Merklingen bei der Parkplatzsuche zu unterstützen, haben die Straßenbauverwaltung Baden-Württemberg und der in Gaggenau ansässige Hersteller von Verkehrsleitsystemen Dambach eine Pilotanlage für die Tank- und Rastanlage Aichen im April in Betrieb genommen: Unmittelbar vor der Autobahn-Ausfahrt wird die aktuelle Zahl der freien Lkw-Parkplätze angezeigt, auf dem Parkplatz lotsen dynamische Wechselverkehrszeichen die Brummis zu den Stellflächen. Suchverkehr und Engpässe durch rangierende Lkw würden dank des Systems „erheblich reduziert“, lobt Dambach-Geschäftsführer Wolfgang Schuster das System.
Automatische Zählung
Sensoren an der Ein- und Ausfahrt der Raststätte zählen die Zu- und Abgänge und geben die Werte an ein Steuergerät mit integrierter Auswerteeinheit und Funkcontroller für die Lkw-Restparkplatzanzeige an der Autobahn weiter. Ferner kann das System automatisch das Rastplatzmanagement oder die Autobahnpolizei per E-Mail oder SMS benachrichtigen, wenn es auf dem Parkplatz eng zu werden droht. Bewährt sich die Pilotanlage in Aichen, kann das Lkw-Restparkplatz-Informations-System noch in 2008 an einem Autobahn-Streckenabschnitt mit mehreren aufeinanderfolgenden Parkplätzen installiert werden, verspricht der Hersteller.
Entlastung für Autobahnparkplätze (4 Bilder)

A 8 Ulm-Merklingen
Intelligente Flächennutzung durch Telematik
Neben dem kostspieligen Aus- und Neubau von Tank- und Rastanlagen setzen Verkehrsplaner verstärkt auf Informations- und Telematiksysteme, um die Parkplatzproblematik auf Autobahnen zu entschärfen. Gefährliche Folge des Parkplatzmangels sind in engen Fahrgassen, Einfahrtsbereichen und auf Pkw-Stellplätzen abgestellte Lkw. Vor allem im Dunkeln stellen diese eine erhebliche Gefahr dar. Neben einer Zunahme des Güterverkehrs um jährlich etwa 4 Prozent sorge auch die Neuregelung der Lenk- und Ruhezeitverordnung auf europäischer Ebene für gestiegenen Handlungsbedarf, findet die Firma Dambach: Seit 2007 sei den Kapitänen der Landstraße eine Mindestruhezeit von 11 Stunden pro Tag vorgeschrieben, die maximal dreimal pro Woche auf 9 Stunden verkürzt werden dürfe. Die maximale Lenkzeit pro Woche beträgt nur 56 statt wie bisher 74 Stunden.