Der Citi Golf aus Südafrika
Kaum zu glauben, aber rund um die Welt wird noch immer der Ur-Golf gebaut, wenn auch mit veränderter Ausstattung. Unsere Weltreise beginnen wir in Südafrika
- rhi
Haar, 2. April 2009 – Giugiaros Ur-Entwurf des Golf ist ein Klassiker, der bis heute überzeugt. Dass heutige VWs sparsamere Motoren oder mehr Sicherheit und Luxus bieten – sei´s drum. Die schlichte Schönheit des Golf I erreicht kaum einer der jüngeren Entwürfe. Der Ur-Golf ist ein Auto, das viele noch heute gerne kaufen würden. Im Prinzip ist das auch kein Problem, wenn man bereit ist umzusiedeln: In vielen Länder der Welt unterhält der Wolfsburger Konzern eigene Werke, in denen die Klassiker der 1970er und 1980er-Jahre nach wie vor vom Band laufen. Für uns ist das Grund genug, sich einmal näher mit den fabrikneuen Oldies zu beschäftigen. In mehreren Folgen werden wir nach Südafrika, Brasilien, China und Mexiko kommen. Unsere Reise beginnt am Kap.
Die größte Autofabrik Afrikas
Uitenhage, eine Industriestadt in Südafrika mit knapp 230.000 Einwohnern, etwa 35 Kilometer entfernt von der Provinzhauptstadt Port Elizabeth. Dort wurde im Februar 1949 das Unternehmen „South Africa Motor Assemblers and Distributors“, kurz SAMAD, gegründet. Am 31. August 1951 rollte der erste VW Käfer vom Band, 1966 wurde aus SAMAD Volkswagen of South Africa, man stieg zu einem der führenden Autoproduzenten des Landes auf. Obwohl Rassentrennung herrscht, erkennt VW bereits 1970 eine schwarze Gewerkschaft an. Während die politische Wende im Land noch auf sich warten lässt, vollzieht sich in Uitenhage bereits 1978 ein Wechsel. Ab diesem Jahr wird dort der Golf I gebaut, ein Jahr später endet die Fertigung des Käfers. Heute sind in der größten Autofabrik Afrikas 5600 Mitarbeiter beschäftigt.
Der Citi Golf aus Südafrika (11 Bilder)

Als "Citi Golf" wird der VW Golf I in Südafrika bis heute gebaut.
Kantiger Dauerbrenner
Vor 31 Jahren startete in Uitenhage, wie bereits erwähnt, die Produktion des Golf I. Das Besondere: Er wird fast unverändert noch heute dort gebaut. Die Modifikationen des „Citi Golf“ genannten Modells fallen erst auf den zweiten Blick auf. So erinnert die leicht schräg gestellte Frontmaske mit integrierten Doppelscheinwerfern an den Golf II, gleiches gilt für die Stoßfänger. In die breite C-Säule wurde zur Auflockerung eine schwungvolle Sicke hineinmodelliert. 2006 brachte ein Facelift dem Citi Golf neu gestaltete Rückleuchten. Breite und Radstand des Fahrzeugs stimmen mit dem Ur-Golf von 1974 überein, einzig in der Länge übertrifft der Südafrikaner mit 3,81 Meter den deutschen Bruder um elf Zentimeter.