McLaren gründet unabhängigen Autobauer
Auf dass bloß keiner einen Rausschmiss vermute: Ja, Ron Dennis zieht sich aus der Formel 1 zurück und konzentriert sich zukünftig auf den Bau von Sportwagen
- Gernot Goppelt
Woking, Surrey (UK), 17. April 2009 – Auf dass bloß keiner einen Rausschmiss vermute: Ron Dennis zieht sich zwar aus der Formel 1 zurück, jedoch völlig aus eigenen Stücken, um sich in Zukunft auf den Bau von Sportwagen zu konzentrieren. Dennoch vermuten einige, dass da aus guten Gründen nachgeholfen wurde: Nur einen Punkt hat McLaren Mercedes bisher in der Konstrukteurswertung der Formel 1, Weltmeister Lewis Hamilton liegt nur auf Platz 10. Hinzu kam die „Lügen-Äffäre“ um Hamilton, der angeblich von Dennis bedrängt die Fia angeschwindelt hatte – die Anhörung vor der Fia soll am 29. April stattfinden. Auch der Umstand, dass ein Doppel-Diffusor, den die Fia nun endgültig erlaubt hat, McLaren wohl erst im Sommer zur Verfügung steht, mag Dennis´ Entscheidung Formel-1-Ausstieg leichter gemacht haben, denn damit sind die Chancen von Mercedes McLaren für ein erfolgreiches Formel-1-Jahr dünn geworden.
Sportwagen-Manufaktur
Deshalb ist es verständlich, dass die gestrige Pressekonferenz von McLaren ein anderes Hauptthema hatte. Vorstandsvorsitzender Ron Dennis verkündete, dass das Unternehmen kräftig umstrukturiert werde. Bereits seit mehr als zwei Jahren arbeite man an einem Programm, einen eigenständigen Sportwagen zu bauen, der auf den großen Erfolgen von McLaren F1 und dem Mercedes SLR McLaren aufbaue. McLaren Automotive solle im Herbst ein eigenständiges Unternehmen werden, der erste neue Sportwagen 2011 auf den Markt kommen.
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Ron Dennis übergibt freudestrahlend die Verantwortung für das große Ganze an Richard Lapthorne, der ihn als Chef der McLaren-Gruppe ablöst.
McLaren will nun frisches Kapital auftreiben, um die Entwicklung des neuen Autos abzuschließen, man habe dafür Credit Suisse als beratendes Unternehmen ausgewählt. Ron Dennis: „Mit den geplanten zusätzlichen Investitionen von 250 Millionen Pfund, Vorschlägen für eine neue Autofabrik und dem Potenzial für 800 neue Jobs wird der Ausbau eine wichtige Investition in die Automobilindustrie des Vereinigten Königreichs darstellen. Vielleicht erhofft man sich etwas von der britischen Regierung, die 2,3 Milliarden Pfund in die darbende heimische Automobilindustrie stecken will, allerdings für „green technologies“ – das wäre eine ganz neue Herausforderung für McLaren.