ESP-Erweiterung macht Gespannfahren sicherer
Ein spezielles ESP-Modul verhindert, dass der Anhänger ins Schlenkern kommt. Wir haben das System auf der Teststrecke im Opel Vectra erprobt und sagen, was es taugt. Wird das Gespannfahren damit zum Kinderspiel?
- sl
Pferdsfeld, 25. Mai 2007 – Ein ESP verhindert, dass ein Auto ins Schleudern kommt. Zumindest diese Aussage stimmt noch. Aber heutige Stabilitätssysteme sind nicht mehr so simpel wie einst. Die ersten Anti-Schleudersysteme verringerten nur das Motordrehmoment und bremsten einzelne Räder ab, um das Auto auch bei extremem Über- oder Untersteuern stabil in der Kurve zu halten. Heutzutage setzt sich die Kompetenz eines ESP aus Dutzenden von Einzelsystemen zusammen. In der Kurve werden zum Beispiel auch die Stoßdämpfer anders eingestellt und auf gerader Strecke sogar der Seitenwind mit in die Kalkulation einbezogen. All das unterstützt den Autofahrer, der mit der Familie in den Süden fährt. Auch wenn er mit Anhänger unterwegs ist, helfen ihm moderne ESPs. Dies hat uns Opel nun mit dem Trailer Stability Assist (TSA) im Vectra demonstriert.
Gespannfahren: Kein Kinderspiel
Mit Anhänger zu fahren ist kein Kinderspiel, wahrlich nicht. Wir haben es mit einem Vectra und einem zwei Tonnen schweren Wohnanhänger ausprobiert. Das Problem: Wer zu schnell fährt und auch nur einen kleinen Lenkfehler macht, läuft Gefahr, den Anhänger zu verlieren. Mit unserem Testgespann konnte man bequem und sicher fahren, solange man unter 100 km/h blieb – die kritische Geschwindigkeit. So bezeichnet man das Tempo, ab dem sich ein Gespann schon durch geringe Störgrößen immer weiter aufschaukelt. Fährt man nur wenige km/h schneller, wird es blitzartig gefährlich. Dann reicht ein kleiner Ruckler am Lenkrad, eine Seitenwind-Böe oder eine Bodenwelle, und der Hänger beginnt zu pendeln. Und das wird schnell unangenehm, wenn das Hinterteil schwerer als das Zugfahrzeug ist. Dann wedelt der Schwanz mit dem Hund.
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