Design-Ikonen im Museum
Die Pinakothek der Moderne zeigt ab 25. Juni ausgewählte Meilensteine im Automobil-Design am Beispiel Mercedes-Benz. Zu sehen sind neben Klassikern wie dem 540 K Autobahnkurier auch Studien und Design-Vorstufen
- ssu
Stuttgart/München, 24. Juni 2008 – Keine Woche ist seit der feierlichen Wiedereröffnung der berühmten „BMW-Schüssel“, die das Firmenmuseum der Bayerischen Motorenwerke beheimatet, vergangen, da zieht es den Erzrivalen aus Schwaben gleichfalls nach München: In der Pinakothek der Moderne wirbt die Ausstellung „Meilensteine Automobil-Design – Beispiel Mercedes-Benz“ vom 25. Juni bis 14. September 2008 um autoaffine und designophile Besucher gleichermaßen.
Ikonen des Autodesigns
Mercedes-Benz sieht sich selbst als die „älteste und zugleich berühmteste Automobilmarke der Welt“. In der Pinakothek sind nun sieben Fahrzeuge verschiedener Epochen zu sehen, die als Meilensteine im Automobilbau gelten können: Das Spektrum reicht vom „Blitzen-Benz“ von 1909 bis zum 1:1-Fräsmodell eines Mercedes-Benz CLS aus dem Jahr 2004. Neben den Automobilen rückt die Entwurfsarbeit mit Skizzen, Renderings, Tapes und Modellen in den Fokus. Die Ausstellung in der Pinakothek will eine „begehbare Installation“ sein, die die Fahrzeuge als „Resultat gestalterischer Prozesse in den Mittelpunkt“ stellt.
Design-Ikonen im Museum (18 Bilder)

Mercedes-Benz 540 K von 1938 "Autobahnkurier"
Den Anfang macht ein rasender Opa
Der „Blitzen-Benz“, dessen 4-Zylinder-Benziner 200 PS aus schier unglaublichen 21,5 Litern Hubraum schöpft, durchbricht 1909 zum ersten Mal die magische Marke von 200 km/h. 1911 stellt dieses Fahrzeug den Weltrekord von 228,1 km/h auf, der bis 1919 hält. Auf Veranstaltungen in den USA wird der „Blitzen-Benz“ als „achtes Weltwunder“ bestaunt. In München ist eine Rekonstruktion mit Originalteilen zu sehen. Sechs Blitzen-Benze wurden bis 1913 gebaut.
540 K „Autobahnkurier“
Der „Autobahnkurier“ Baujahr: 1938 gilt seinerzeit als Inbegriff von Modernität auf Rädern und ein Symbol für die Überwindung von Distanzen bei hohem Tempo und bestem Komfort. Dieses Fahrzeug wurde von seinem Erstbesitzer, einem spanischen Augenarzt, in Nordafrika und später für häufige Fahrten zwischen Spanien und der Schweiz genutzt. Sein 8-Zylinder in Reihenbauweise mit 5,4 Litern Hubraum leistete 115 PS bei 3400 Umdrehungen pro Minute, der zuschaltbare Kompressor entlockte ihm eine Gesamtleistung von 180 PS, die das windschnittige Gefährt auf bis zu 170 km/h beschleunigten.