Lon Ballard´s Schaumstoff-Tuktuk
Ein Auto aus Weichschaum - das ist mal was Neues. Das thailändische Spira Foam Car besteht genau aus diesem Material. Als Grundkonstruktion des Zweisitzers dient ein Gerüst aus Glasfiber und Aluminium
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Haar, 10. Juni 2009 – Auf den ersten Blick erinnert das Gefährt an einen missglückten Nachbau des Messerschmitt-Kabinenrollers, doch spätestens beim Material ist diese Assoziation vergessen. Seine Erfinder Lon Ballard nennt das Vehikel Schaumstoff-Tuktuk und meint das tatsächlich ernst. Schon um 1975 habe er sich Gedanken gemacht, wie man ein Auto auch für Fußgänger sicherer machen kann. Zu der Zeit studierte er noch Maschinenbau an der Universität von Illinois und fuhr einen Fiat 128. Heute lebt er teilweise in Thailand, wo er Chef der A & G Technology Co. Ltd. ist. Dort entsteht das „Spira Foam Car“, das, wie der Name schon sagt, eine dicke Außenhaut aus Schaumstoff hat. Als Grundkonstruktion des Zweisitzers dient ein Gerüst aus Glasfiber und Aluminium, worauf der 15 cm dicke Schaum aufgebracht wird.
Fußgänger-Schutz
In Thailand herrschen völlig andere Verkehrsverhältnisse als zum Beispiel in den USA. Laut Ballard sind in Thailand bei 47 Prozent der Unfälle Fußgänger beteiligt, Motorräder zu 36 Prozent und Autos zu 12 Prozent. Ganz anders in den USA: Dort machen Fußgänger nur 13 Prozent aus, Motorräder 5 Prozent und Autos 79 Prozent. Die fahrende Gummizelle soll deswegen nicht nur die Insassen schützen, sondern vor allem auch Fußgänger, Rad- und Motorradfahrer.
Lon Ballard´s Schaumstoff-Tuktuk (7 Bilder)

Besteht zu einen großen Teil aus Weichschaum: Das thailändische Spira Foam Car
Das drei Meter lange Spira Foam Car wiegt nur 137 kg, davon entfallen 14 auf das abnehmbare Dach. Bei Regen besser geschützt als ein Motorradfahrer und bei Sonne Cabrio-Feeling genießen, so stellt sich Lon Ballard das vor. Der 110-ccm-Benziner – er stammt vom Roller Yamaha Mio – soll das Gefährt bis zu 113 km/h schnell machen und sich mit 2,4 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer begnügen. Sogar unsinkbar ist das Schaumschiff, was freilich mangels geeigneten Antriebs nur in Grenzen hilfreich ist. Ballard fasst die Vorteile des Foam Cars in einer griffigen Formel zusammen: „Soft, Safe, Sexy“ soll es sein, Letzteres begründet er damit, dass man das Dach abnehmen kann und ein Cabrio erhält.