Auf die Kante getrieben
Ob Weltumrunder, Försterauto oder Militärvehikel: In den vergangenen 30 Jahren gibt es kaum eine Aufgabe, die das Mercedes G-Modell nicht übernommen hat. Wir haben uns zum Geburtstag hinter das Lenkrad gesetzt
- rhi
Graz (Österreich), 23. Juni 2009 – Meine letzte Begegnung mit dem Mercedes G-Modell fand noch zu Bundeswehr-Zeiten statt, sodass ich mich mit gemischten Gefühlen nach Wien begebe. Anlass ist der 30. Geburtstag des kantigen Dauerbrenners, der das am längsten gebaute Serienmodell mit Stern ist. Am Wiener Flughafen stehen fein säuberlich aufgereiht verschiedene Versionen des G, die deutlich freundlicher wirken, als in meiner Erinnerung. Meine Wahl für die Probefahrt fällt auf einen langen G 320 CDI.
Eckig, praktisch, kaum zu verwechseln
Der Diesel ist durchaus sinnvoll, schließlich ist der cW-Wert mit 0,54 aus moderner Sicht bescheiden. Doch die kantige Form bietet auch Vorteile: Bei der Entwicklung des G hieß es, dass in jeder Ecke der Welt der Dorfschmied in der Lage sein sollte, Ersatzbleche anzufertigen. Klar, das geht bei glatten, eckigen Formen einfacher. Netter Nebenaspekt: Der G hat eine unverwechselbare Form, die ihn aus der breiten SUV-Masse heraushebt. Ich besteige das Fahrzeug und throne vor einem erstaunlich noblen Armaturenbrett. Abgesehen von der Sitzposition erinnert im Inneren nur wenig an einen rustikalen Geländewagen.
Auf die Kante getrieben (42 Bilder)

Zum 30. Geburtstag der G-Klasse bringt Mercedes den G 280 CDI "Edition30.Pur".
Verbesserungen zum Jubiläum
Den Umstand, dass das G-Konzept bereits 30 Jahre alt ist, ist kein Nachteil. Im G ist das Armaturenbrett wirklich noch als solches zu bezeichnen und keine moderne Plastikwüste von enormen Ausmaßen. So können selbst lange Fahrer ihre Beine ohne Verrenkungen unterbringen, zumal die Mittelkonsole recht schmal ist. Ein weiterer Pluspunkt: Die Übersicht nach vorne ist optimal. Man sitzt nahe an der planen Frontscheibe, die Blinkergehäuse sitzen an den Enden der geraden Haube und zeigen an, wo der G aufhört. Nach hinten ist die Sicht jedoch durch die Reserveradabdeckung und das recht kleine Heckfenster eingeschränkt. Mercedes beschenkt den Allrad-Jubilar mit diversen Modifikationen: Hierzu zählen eine neue Sitzanlage, ein AUX-Anschluss im Handschuhfach und auf Wunsch ein Anschluss für den iPod. Zudem gibt es gegen Aufpreis neue Farben und Holzzierteile. Bei den Motoren ändert sich nichts, der 224 PS starke G 320 CDI wird in G 350 CDI umgetauft. Bei den Benzinern stehen unverändert der G 500 mit 388 PS und der G 55 AMG mit 507 PS zur Verfügung.