Passat „Junior“ soll seinen Weg ohne Fahrer finden
Der VW Passat fährt vorbildlich um den Kreisverkehr, an der belebten Kreuzung gelingt ihm ein sauberes Abbiegemanöver. Geschmeidig ordnet er sich in den fließenden Verkehr – ein Fahrer ist nicht an Bord
- gh
Wolfsburg, 22. Juni 2007 – Der VW Passat fährt vorbildlich um den Kreisverkehr, an der belebten Kreuzung gelingt ihm ein sauberes Abbiegemanöver. Geschmeidig ordnet er sich in den fließenden Verkehr ein und beachtet jede noch so verzwickte Verkehrsregel. Am Steuer des Wagens: Zwei Intel-Core-Duo-2-Prozessoren mit zwei Simultanverarbeitungseinheiten pro Chip. Menschen sind nicht an Bord.
Tests fürs Militär
Volkswagen nimmt am 3. November 2007 an der DARPA Urban Challenge teil. DARPA steht für “Defense Advance Research Projects Agency”, eine Agentur des Verteidigungsministeriums der USA. Militärs gehören seit jeher zu den Interessiertesten, wenn es um technologischen Fortschritt geht. Ziel der Urban Challenge: Fahrzeuge zu testen, die ohne menschlichen Eingriff autonom von A nach B kommen, wobei zwischen A und B ein 96 Kilometer langer nachgebauter Stadtkurs mit starkem Verkehr liegt. VW möchte mit einem umgerüsteten Passat die DARPA Urban Challenge gewinnen und zwei Millionen Dollar Prämie (zirka 1,5 Millionen Euro) einstreichen, wobei das Geld die Kosten für die Entwicklung des Fahrzeugs nicht deckt.
Passat „Junior“ soll seinen Weg ohne Fahrer finden (24 Bilder)

Der VW Passat Junior (links) nimmt an der DARPA Urban Challenge 2007 teil
Hightech-Junior
Der selbstfahrende Passat trägt den Namen „Junior“, was eine Hommage an den Gründer der Stanford-Universität, Leland Stanford Junior, sein soll. Das Institut für künstliche Intelligenz eben dieser Universität steuert nämlich die Software für den Junior bei. Ihr Werk verrichtet diese Software in einem Rechnersystem, welches vom ERL (Electronic Research Laboratory) entwickelt wurde. Dieses von VW 1998 gegründete, im Herzen des Silicon Valley gelegene Institut hat auch das ausgeklügelte Sensorsystem und die dafür benötigten Aufbauten konzipiert. Auch die elektromechanische Servolenkung, das elektrische Gaspedal, das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und die elektrische Handbremse wurden vom ERL so modifiziert, das sie sich vom Rechner steuern lassen. Am 14. Juni 2007 fand ein erster Vorausscheid statt, den der Junior problemlos überstand. Ende Oktober 2007 wird ein zweiter Vorausscheid stattfinden. Sollte der Passat erwartungsgemäß auch diesen schaffen, darf er am Finale teilnehmen.