Licht-Automatik: Variable Lichtsysteme von Valeo
Das Umschalten zwischen Fern- und Abblendlicht überfordert in manchen Situationen die Adaptionsfähigkeit der Augen. Der Zulieferer Valeo entwickelt Scheinwerfer, die das Licht stufenlos und situationsgerecht verteilen
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Wemding, 9. Juli 2009 – Das häufige Umschalten zwischen Fernlicht und Abblendlicht in der Nacht wird schnell als lästig empfunden. Gelegentlich ist der Übergang von Fern- zu Abblendlicht sogar gefährlich, weil das Auge mit seiner Adaptionsfähigkeit nicht hinterherkommt. So verzichten viele Autofahrer ganz auf die Verwendung des Fernlichts, obwohl sie Gefahren dann nicht mehr frühzeitig erkennen können. Kameragestützte Fernlichtassistenten, die entgegenkommenden Verkehr mithilfe einer Kamera erkennen und automatisch abblenden, sollen Abhilfe schaffen. Solche Systeme sind bereits auf dem Markt. Doch erlaubt die Lichttechnik noch weitere Verbesserungen. Wir haben uns die neuesten Entwicklungen vom Zulieferer Valeo vorführen lassen.
BeamAtic Plus: Mehr als nur an oder aus
So entwickelt Valeo unter dem Namen BeamAtic Plus ein System, bei dem nicht nur automatisch zwischen Abblend- und Fernlicht hin- und hergeschaltet wird. Bei BeamAtic Plus gibt es stattdessen einen permanenten, gleitenden Wechsel zwischen den beiden Lichtarten. Kommt ein Auto entgegen, wird die Länge des ausgeleuchteten Straßenabschnitts kontinuierlich verkürzt, während sich die Fahrzeuge näher kommen. Aber auch die Form der Scheinwerferkegel wird variiert: Der linke Teil des Kegels wird schneller verkürzt als der rechte. So bleibt dem Fahrer immer ein großer Teil des Sichtfeldes erhalten. Der momentane Eindruck, in ein schwarzes Loch zu fahren, bleibt aus. Drei Stellmotoren im Scheinwerfermodul regeln die Reichweite und die Form des Lichtkegels.
Licht-Automatik: Variable Lichtsysteme von Valeo (4 Bilder)

BeamAtic Plus: Bei Gegenverkehr wird der linke Lichtkegel verkürzt.
BeamAtic Premium: Permanentes Fernlicht
Bei BeamAtic Premium schließlich bleibt das Fernlicht permanent eingeschaltet – aber ohne dass der Gegenverkehr geblendet wird. Die beiden Scheinwerfer werden so gesteuert, dass man auf einem begrenzten Teil des Sichtfelds nur Abblendlicht hat, sonst aber überall Fernlicht. Nur dort, wo der Gegenverkehr beziehungsweise vorausfahrende Fahrzeuge sind, wird abgeblendet. Da das auch auf kurvigen Strecken funktionieren muss, macht man sich die Mechanik des dynamischen Kurvenlichts zunutze. Sie sorgt dafür, dass der abgeblendete Teil des Sichtfelds sich mit den anderen Verkehrsteilnehmern mitbewegt. So kann das Fernlicht bei fast allen Straßenverhältnissen eingeschaltet bleiben.