Audi begeht sein 100-jähriges Firmenjubiläum

Am Anfang standen Streit und ein Schuljunge: 1909 gründete August Horch eine neue Firma und übersetzte seinen Nachnamen ins Lateinische: Audi war geboren. Wir erzählen die ganze Geschichte mit Bildern

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Von
  • rhi
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Ingolstadt, 17. Juli 2009 – Zum feierlichen Anlass durfte sich Audi über viel Prominenz freuen. Anlässlich des 100. Firmenjubiläums von Audi kamen Größen aus Politik, Sport und Showgeschäft nach Ingolstadt.

Neben dem neuen A5 Sportback wurden viele Oldtimer vorgeführt, denn Audi-Chef Stadler betonte: „So wie ein starker Baum tiefe Wurzeln braucht, braucht ein starkes Unternehmen eine große Tradition.“ Audis Geschichte ist untrennbar mit dem Namen August Horch verbunden. Und die wird so erzählt:

Audi begeht sein 100-jähriges Firmenjubiläum (43 Bilder)

Kinderleichte Bedienung: Der erste Audi von 1910, Typ A 10/22 PS Phaeton

Als Absolvent des Technikums im sächsischen Mittweida war Horch als Abteilungsleiter im Motorwagenbau bei Carl Benz in Mannheim tätig, bevor er sich 1899 mit einer eigenen Firma in Köln selbstständig machte. Kurz darauf zog er nach Sachsen um und siedelte sich in Zwickau an, um dort Autos zu bauen. Doch schon 1909 gab es laut Audi Zoff in der Führungsetage: Vielen gefiel Horchs patriarchalische Art der Leitung nicht, hinzu kamen Intrigen. Der Firmengründer verließ sein Unternehmen, um neu zu starten. Allerdings hatte er sich seinen Namen nicht als Marke schützen lassen, im Gegensatz zu seiner Ex-Firma, die sogar über 20 Abwandlungen von „Horch“ wie „Horchwagen“ für sich reservierte. Was also tun? Den Geistesblitz soll der Legende nach der zehnjährige Sohn eines Geschäftspartners gehabt haben. Er schlug die lateinische Übersetzung vor: Aus Horch, dem Imperativ von „höre“, wurde Audi. Interessant: Später unterzeichnete August Horch seine Korrespondenz auch mit „Ihr Audi-Horch“.

Dank fortschrittlicher Konstruktionen in der Motorentechnik konnte sich die neue Marke Audi schnell etablieren. Schon damals setzte man auf die Beteiligung an Autorennen, um so die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge zu demonstrieren. Unter anderem erzielte Audi von 1911 bis 1914 bei der österreichischen Alpenfahrt große Erfolge, teilweise sogar mit Horch selbst am Steuer. Als Resultat erhielt der Audi Typ C 14/35 PS den Beinamen „Alpensieger“. Nach dem ersten Weltkrieg zog sich August Horch aus dem Unternehmen zurück, das 1914 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war.