AUTOSAR – aber sicher

Das Berliner Fraunhofer-Institut fĂĽr Software und Systemtechnik zeigt auf der IAA in Frankfurt, wie die Sicherheit von AUTOSAR-konformer Software in modernen Automobilen geprĂĽft werden kann.

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Von
  • Gernot Goppelt
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Die Zahl elektronischer Fahrzeugkomponenten nimmt weiter zu. Damit die Fahrzeugelektronik trotz der überbordenden Fülle an Software und zunehmender Komplexität auch künftig funktioniert, muss sie sicherer werden. Wie das geht, wollen Fraunhofer-Experten auf der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt zeigen.

Unter der Motorhaube eines modernen Automobils herrscht ein buntes Treiben von Hardware und Software. Bis zu 100 Steuergeräte steuern Assistenzfunktionen wie ABS, ESP und Kurvenlicht oder auch Einspritzsysteme, die Airbags und andere Funktionsmodule. Komponenten verschiedener Hersteller tummeln sich in der Karosserie. Die Fahrzeugentwickler stehen vor der schwierigen Aufgabe, all die Systeme zu einem funktionstüchtigen Ganzen zusammenzufügen, denn jedes Steuergerät hat eine individuelle Software an Bord. Für die kommenden vier Jahre erwarten Experten eine weitere Zunahme des Software-Volumens in Neufahrzeugen um bis zu 300 Prozent.

AUTOSAR – aber sicher (3 Bilder)

Elektronik ist der bestimmende Faktor heutiger Automobilentwicklung. (Bild: DaimlerChrysler)

Software entschlacken mit AUTOSAR
Das Fraunhofer-Institut für Software und Systemtechnik ISST in Berlin engagiert sich im Auftrag der BMW Group in der internationalen Entwicklungspartnerschaft AUTOSAR (Automotive Open System Architecture). Das Ziel der Inititative ist es, den Software-Ballast im Auto zu entschlacken und handhabbarer zu gestalten. Fahrzeugfunktionen sollen zuerst plattformunabhängig beschrieben und miteinander gekoppelt werden. Erst in einem weiteren Schritt werden diese Funktionen dann auf die vorhandenen Steuergeräte des Fahrzeugs verteilt. Im Anschluss muss die ebenfalls standardisierte Infrastruktursoftware noch „feinjustiert“ werden. Die eigentliche Informationsverarbeitung aber findet auf dem übergeordneten AUTOSAR-„Virtual Functional Bus“ statt. Diese Herangehensweise soll einen Weg aufzeigen, das wachsende Software-Durcheinander zu strukturieren. Kein Wunder, dass auch in Japan eine eigene Standardisierungsinitiative geplant ist, nachdem bisher die Europäer die Vorreiterrolle übernommen hatten.

ĂśberprĂĽfen der Software-Architektur
Bevor AUTOSAR im Auto der Zukunft unterwegs ist, muss getestet werden, ob es tatsächlich stabil funktioniert. Das ISST entwickelt dafür die „aXBench“, eine Testplattform, die die Arbeitsweise der AUTOSAR-Architektur simuliert und Vorschläge für eine optimierte Funktionsverteilung liefert. Die Funktion von Steuergeräten, der schnelle Datentransport zwischen Middleware und Empfänger und sogar Details wie die Reaktionszeiten von Hardware und Software soll die aXBench nachahmen und bewerten. Das ISST wird die ersten Bausteine dieser Toolkette in Frankfurt vorstellen und zeigen, wie man AUTOSAR-Architekturen auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft.