„Attention Assist“ soll den Sekundenschlaf bekämpfen

Die meisten von uns haben es schon einmal am eigenen Leib gespürt: Nach langer Fahrt ist man kurz davor, am Steuer einzunicken. Genau dieses Unfallrisiko will Mercedes ab Frühjahr 2009 mit dem "Attention assist" verringern

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  • rhi
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Stuttgart, 12. August 2008 – Was von Lkw-Fahrern hinlänglich bekannt ist, kann auch Pkw-Lenkern drohen. Man will ein bestimmtes Reiseziel unbedingt erreichen und fährt deshalb stundenlang ohne Pause auf der Autobahn. Oder man ist mitten in der Nacht nach einer fröhlichen Feier auf einer einsamen Landstraße unterwegs. In beiden Fällen ist der Effekt gleich: Man ermüdet zusehends, die Augen fallen in Sekundenabständen immer öfter zu – der berüchtigte Sekundenschlaf. Mercedes hat nun ein System entwickelt, das die Übermüdung des Autofahrers erkennt.

Studien legen nahe, dass auf Autobahnen rund 25 Prozent aller schweren Verkehrsunfälle auf übermüdete Autofahrer zurückzuführen sind. Damit hat diese Unfallursache sogar eine größere Bedeutung als Alkohol am Steuer. Bei Langstreckenfahrten in der Dunkelheit oder unter gleich bleibenden Bedingungen und langen Geradeausfahrten ist das Einschlafrisiko am größten, weil dadurch die Aufmerksamkeit des Fahrers nachlässt und die Monotonie die Gefahr des Einnickens zusätzlich steigert. Bereits nach vier Stunden Nonstop-Fahrt verlängert sich die Reaktionszeit von Autofahrern um 50 Prozent, das Unfallrisiko verdoppelt sich.

„Attention Assist“ soll den Sekundenschlaf bekämpfen (3 Bilder)

Die vor Müdigkeit warnende Technik wird ab 2009 in der Mercedes-S-Klasse eingesetzt.

Unter dem Namen „Attention Assist“, auf deutsch „Aufmerksamkeits-Hilfe“, stellt Mercedes ein System vor, das den Fahrer vor beginnender Müdigkeit warnt. Der „Attention Assist“ beobachtet das Fahrverhalten der Person hinter dem Lenkrad und erstellt auf dieser Grundlage ein individuelles Fahrerprofil, das ständig mit aktuellen Sensordaten verglichen wird. So soll der gleitende Übergang des Mercedes-Fahrers vom Wachzustand zur Ermüdung erkannt und dieser rechtzeitig gewarnt werden.