Produktion des neuen Fiesta in Köln gestartet
Ford hat mit der Produktion des neuen Fiesta im Stammwerk Köln-Niehl begonnen. Doch dabei bleibt es nicht: Bis 2010 soll der Fiesta auch in Asien und Nordamerika alte und neue Käuferschichten erobern
- Gernot Goppelt
Köln, 15. August 2008 – Ford hat mit der Produktion des neuen Fiesta im Stammwerk Köln-Niehl begonnen. Der Verkaufsstart von Fords kleinem Hoffnungsträger ist in Deutschland für Samstag, den 11. Oktober vorgesehen. Noch 2008 will Ford 148.000 Exemplare des Kleinwagens in Köln produzieren. Nun wird die Produktion „planmäßig“ hochgefahren, bei voller Auslastung sollen in Köln im Drei-Schichten-Betrieb täglich mehr als 1900 neue Fiesta und der Ford Fusion gefertigt werden.
Der neue Fiesta steht für eine radikale Abkehr vom Design des Vorgängers. Er ist vom „kinetic Design“ geprägt, das Ford mit dem Modellen Mondeo, S-Max und Galaxy eingeführt hatte. Geht es nach Ford, „besticht die Formgestaltung der Baureihe durch dynamische Linien und kraftvolle Elemente und verleiht dem erfolgreichen Kölner Modell einen markanten Auftritt abseits der Masse“.
Produktion des neuen Fiesta in Köln gestartet (10 Bilder)

Am 14. August ist die Produktion des neuen Fiest in Köln angelaufen.
Neues Designkonzept
Tatsächlich hat das Design mit den Linien des Vorgängers nicht mehr allzu viel zu tun. Auch wenn die letzte Generation des Fiesta beim Facelift von 2005 ein wenig dem Zeitgeschmack angepasst wurde, handelte es sich doch um einen Entwurf, der Funktion und Nutzwert klar zum Ausdruck bringen sollte. So verpassten ihm die Designer zum Beispiel große Glasflächen, die eine hervorragende Übersichtlichkeit gewährleisten sollten. Die Fahrzeugabschlüsse waren so gestaltet, dass auch kleine Fahrer und Fahrerinnen die Fahrzeugdimensionen gut abschätzen können – schon damals keine Selbstverständlichkeit angesichts von notwendigen Kompromissen durch Anforderungen bei Aerodynamik oder Fußgängerschutz. Und auch die Linienführung von Exterieur und Interieur kam klar uns sachlich daher, was Befürworter des „Form follows Function“-Ansatzes durchaus erfreute. Damals machten die (übigens britischen) Designer auch keinen Hehl daraus, dass die Ansprüche von Frauen eine besondere Rolle bei ihrem Entwurf spielten.
Wieder ein Weltauto
Bei der Gestaltung des neuen Fiesta wollte und musste Ford den Kundengeschmack einer noch breiteren Zielgruppe treffen, schließlich ist der der Begriff des Weltautos noch aktueller als vor etwa zehn Jahren, wenn auch aus anderen Gründen. So sind neue Absatzmärkte hinzugekommen wie das erstarkte China – oder auch die USA, wo man einem Kleinwagen früher keines Blickes gewürdigt hätte. Auch dort eröffnen sich dem B-Segment plötzlich Chancen, weil die Kunden notgedrungen kostenbewusster einkaufen. Ford hatte bereits im vergangenen Jahr die Studie „Verve“ auf allen fünf Kontinenten vorgestellt, um die Akzeptanz des neuen Designs auszuloten. Fiesta-Chefentwickler Martin Burela: „Wir haben zwei Lektionen sehr schnell gelernt: Die Geschmäcker gleichen sich immer mehr an, und das Angebot an Automobilen wird immer globaler betrachtet.“