Hinter den Kulissen der Transsyberia 2007
Er trug die Klamotten vom Unfalltag, hatte einen mit einem siffigen Verband umwickelten Daumen und konnte sich nur unter Schmerzen bewegen. Ohne Jacke war er zwei Tage in schlecht gefederten Krankenwagen unterwegs
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Ulan Bator, 27. August 2007 – Hier sieht es aus wie vor einer Million Jahren: Graslandschaft so weit das Auge reicht, durchschnitten von einem leise gurgelnden Fluss. Auf einmal steigt in der Ferne eine Staubwolke auf, dann schält sich ein winziger Punkt aus dem Horizont. Langsam schwillt Motorenlärm an, der erste Porsche Cayenne S Transsyberia erreicht den Wasserlauf, stoppt kurz und fährt dann sicher durch den Fluss. Verfolgt wird der Wagen von einem skurril aussehenden Zwei-Mann-Gyrokopter, von welchem aus Fotos geschossen werden. In ein paar Sekunden ist der Spuk vorbei und alles ist wieder wie vor einer Million Jahren. Aber der Weg hierher hat gnadenlos die Könner von den Amateuren getrennt.
Rod Millen gezeichnet – wie alle anderen auch
Dem nordamerikanischen Team Rod Millen/Richard Kelsey gelang der Sieg. Der sichtlich erschöpft wirkende Rod Millen gestand ein, dass die Transsyberia-Rallye seine bisher größte motorsportliche Herausforderung war. Sowohl er als auch sein Beifahrer hätten Fehler gemacht. Am Ende sind seiner Meinung nach die Teams vorne gelandet, die am umsichtigsten unterwegs waren und die meiste Erfahrung mitbrachten. Alle haben enorm dazu gelernt. Ex-Rallye-Europameister Armin Schwarz wollte seinen Rückstand mit Gewalt wettmachen. Das große Risiko des Rasens in der Steppe zahlte sich am Ende nicht aus, ein heftiger Unfall mit vier Überschlägen verwandelte den Cayenne zu Schrott.
Hinter den Kulissen der Transsyberia 2007 (52 Bilder)
