Geschäft ohne Anreize

Im Vergleich zu 2007 sind die Zulassungszahlen des Monats August um mehr als 10 Prozent zurückgegangen. Anhaltend hohe Spritkosten und eine drohende Konjunkturflaute lassen Autokäufer zögern

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Von
  • Gernot Goppelt
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Flensburg, 9. September 2008 – „Zwei Arbeitstage weniger verzerren den Vorjahresvergleich“, meldete der Verband der Deutschen Automobilindustrie Anfang September und erklärte damit zumindest teilweise den Rückgang der Fahrzeugzulassungen im August. Dem gesamtwirtschaftlich schwächeren Umfeld, das durch Konsumzurückhaltung geprägt sei, habe sich auch der Pkw-Inlandsmarkt nicht entziehen können. Um 10 Prozent seien die Zulassungszahlen im Vergleich zu August 2007 zurückgegangen, der Vergleichsmonat des Vorjahres habe aber auch zwei Arbeitstage mehr aufgewiesen. Neben dieser statistischen Verzerrung seien die „enormen Belastungen an der Zapfsäule“ und die anhaltende Verunsicherung der Autofahrer weitere Gründe für die schwächere Pkw-Nachfrage.

Konjunktursorgen drĂĽcken Kauflust
Nach Zahlen des Kraftfahrbundesamts (KBA) wurden im August 214.386 neue Fahrzeuge zugelassen, also exakt 10,4 Prozent weniger als letztes Jahr. Der Vorsprung zum „kumulierten Vorjahresergebnis“ schmolz damit auf +1,7 Prozent. Mit anderen Worten: Bis Ende Juli lief es noch ganz gut, doch nun scheint die Aussicht auf eine Konjunkturdelle die Autokäufer noch mehr in die Zurückhaltung zu treiben. Zudem bestätigte sich der Trend der letzten Monate: Das Mini-Segment, also die Kleinstwagen, legte gegenüber August 2007 um 18,7 Prozent zu. Die Kompaktklasse ist mit einem Anteil von 27 Prozent weiter das stärkste Segment, verlor jedoch 10,4 Prozent. Fairerweise muss gesagt werden, dass sie in den ersten acht Monaten um 6,6 Prozent zugelegt hat, der August könnte sich also als „Ausrutscher“ erweisen. Insgesamt bestätigt sich die Tendenz der Käufer, eine Klasse niedriger einzukaufen als bisher.

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Im August konnte sich nur Ford über Zuwächse freuen, dazu trugen vor allem Focus und Mondeo bei.

Dieselanteil weiter rückläufig
Erstaunlich ist dagegen, wie schnell die Käufer auf die in der ersten Jahreshälfte überproportional gestiegenen Dieselpreise reagiert haben. Nur noch 40,4 Prozent der zugelassenen Pkw haben einen Dieselmotor, November 2007 waren es noch 49,9 Prozent. Dieser Rückgang um fast 10 Prozent scheint Prognosen zu bestätigen, die einen noch weiteren Rückgang des Dieselanteils voraussagen. Ob sich der derzeitige Trend im weiteren Verlauf des Jahres bestätigt, muss indes abgewartet werden. Da zwischen Bestellung und Auslieferung eines Fahrzeugs gut zwei Monate liegen können, reagiert der Markt verzögert auf aktuelle wirtschaftliche Ereignisse.