Hybrid auf virtueller Testfahrt
Eine neue Testmethode verbindet einen Prüfstand für Hybridantriebe mit mit einer Software für simulierte Fahrmanöver. So lässt sich der Antrieb im virtuellen Fahrbetrieb optimieren, bevor es das Fahrzeug selbst gibt
- Gernot Goppelt
Die Entwicklung von Antrieben mit Verbrennungsmotoren ist in der jüngeren Vergangenheit immer aufwändiger geworden – unter anderem wegen regelmäßig verschärfter Emissionsanforderungen, die die Bemühungen um geringeren Verbrauch teilweise konterkarieren. Dass die zusätzlichen Komponenten eines Hybridantriebs das Entwickler-Geschäft nicht gerade einfacher machen, ist einleuchtend.
GefĂĽhl und Erfahrung reichen nicht mehr
Auch wenn es nach Meinung von Experten beim Hybrid denkbar ist, Motoren einfacher auszulegen, muss beim Hybrid an erheblich mehr „Stellschrauben gedreht werden“, um ein optimales Gesamtergebnis zu erhalten. Das Zusammenspiel zwischen Verbrennungmotor, Elektroantrieb, Fahrstrategie und Batteriemanagement auszulegen, ist eine aufwändige Kunst, die mit hemdsärmliger Routine nicht mehr zu bewältigen ist.
Hybrid auf virtueller Testfahrt (3 Bilder)

AVL InMotion baut auf der Fahrdynamik-Software CarMaker von IPG auf (Bild: IPG)
Was für andere Bereich der Fahrzeugentwicklung seit Jahren gilt, wird auch beim Hybridantrieb zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Je reifer ein Produkt in der Simulation ist, desto weniger echte Prototypen muss man bauen. Beim Hybridantrieb kann man wohl davon ausgehen, dass eine klassische Auslegung „nach Gefühl und Erfahrung“ begrenzte Aussicht auf Erfolg bietet. Das wissen natürlich auch Entwicklungsdienstleister, die sich alle Mühe geben, im Markt der Simulationsanwendungen die Nase vorne zu haben.
Virtuelle Fahrzeugelektronik
In der Simulation gehören heute zwei Begriffe zum Alltag der Entwickler: Bei „Hardware-in-the-Loop“ (HiL) wird ein reales Steuergerät in eine per Computer simulierte Umgebung eingebunden, um es auszulegen und zu testen. „Software-in-the-Loop“ (SiL) geht noch einen Schritt weiter: Hierbei wird selbst das Steuergerät simuliert, um Funktionen zu testen, bevor man sie in ein reales Steuergerät implementiert.