Abgas-Skandal: Vergleich mit vzbv gescheitert

Die Verhandlungen ĂŒber einen Vergleich zu EntschĂ€digungen fĂŒr Hunderttausende Dieselkunden sind nach Angaben von Volkswagen geplatzt. Wie der Konzern am Freitag (14. Februar 2020) mitteilte, soll die Höhe der Honorarforderungen der AnwĂ€lte des Bundesverbands der vzbv der Grund sein.

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(Bild: Pillau)

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  • dpa

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) vertritt im Verfahren um die Musterfeststellungsklage zahlreiche Dieselfahrer, die Schadenersatz fĂŒr ihre Fahrzeuge mit zu hohen Abgaswerten verlangen. Der vzbv-Chef Klaus MĂŒller will sich gegen 14.00 Uhr zu den Vergleichsverhandlungen mit Volkswagen Ă€ußern.

Volkswagen zufolge hatte es eigentlich schon eine Einigung gegeben. Demnach wurde eine Vergleichssumme „in einer GrĂ¶ĂŸenordnung von insgesamt 830 Millionen Euro erzielt“, wie es hieß. „Diese faire Lösung fĂŒr die Kunden scheiterte nur daran, dass die ProzessanwĂ€lte des vzbv bis zum Schluss auf eine Pauschalzahlung in Höhe von 50 Millionen Euro fĂŒr die Abwicklung des Vergleichs bestanden.“ Der vzbv Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht dazu, wollte aber am Nachmittag auf einer Pressekonferenz seine EinschĂ€tzungen zu der Entwicklung abgeben.

Der Autokonzern erklĂ€rte, es hĂ€tten keine „ausreichend konkreten Nachweise“ vorgelegen, welche Leistungen der vzbv-AnwĂ€lte mit der geforderten Summe abgerechnet werden sollten. „Eine Zahlung ohne einen ausreichend konkreten Leistungsnachweis oder ohne rechtlichen Grund ist fĂŒr Volkswagen jedoch unmöglich.“ Man bedaure dies und weitere nun im Vorstand die weiteren Schritte beraten.

Anfang Januar 2020 hatten Volkswagen und vzbv erklĂ€rt, ĂŒber einen außergerichtlichen Vergleich zum Musterprozess sprechen zu wollen. Beide Seiten nannten dabei das „gemeinsame Ziel einer pragmatischen Lösung im Sinne der Kunden“. Lange hatte Volkswagen dies skeptisch gesehen.

Volkswagen will den klagenden Dieselkunden trotz des geplatzten Vergleichsverfahrens mit VerbraucherschĂŒtzern eine EntschĂ€digung zahlen. Die bereits ausgehandelten 830 Millionen Euro sollen „auch ohne die UnterstĂŒtzung des Verbraucherzentrale-Bundesverbands“ angeboten werden, teilte das Unternehmen nach einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Freitag mit. Über den Schritt des Konzerns hatte zuvor auch das digitale Wirtschaftsmagazin Business Insider berichtet.

Kurz zuvor hatte es geheißen, die GesprĂ€che mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) seien gescheitert. VW störte sich daran, dass eine pauschale Forderung von 50 Millionen Euro VergĂŒtung fĂŒr die AnwĂ€lte des vzbv nicht nĂ€her begrĂŒndet worden war. Das formale Scheitern der Vergleichsverhandlungen dĂŒrfe jedoch „nicht zu Lasten der Kundinnen und Kunden gehen“, betonte das Unternehmen nach weiteren Beratungen des Managements.

Dieselfahrer, die sich zur Braunschweiger Musterfeststellungsklage angemeldet hatten und die Bedingungen fĂŒr die Teilnahme an dem Vergleich erfĂŒllen, sollen das ausgehandelte Angebote daher dennoch bekommen. Die Summe pro Kopf könnte bei laut VW zuletzt 400.000 bis 470.000 Anmeldungen zu dem Sammelverfahren zwischen etwa 1800 bis 2100 Euro liegen. (mfz)