Taktvoll: Rundgang durch das Audi-Werk Ingolstadt
Einen Tag lang hatten wir Gelegenheit, uns in einer der größten Produktionsstätten des VW-Konzerns umzusehen. Dort bauen Roboter und 17.000 Menschen 1400 Autos – darunter bis zu 900 A3 – pro Tag
- rhi
Ingolstadt, 30. Oktober 2008 – Als wären wir in eine Computerspiel-Version von Fritz Langs Stummfilmklassiker "Metropolis" geraten: Wie von Geisterhand gesteuert, geht eine ganze Armee von Robotern im immergleichen, monotonen Arbeitstakt ans Werk. Die Fabrikhallen erfüllt ohrenbetäubender Lärm, so dass wir nur per Kopfhörer den Erläuterungen unserer Gastgeber folgen können. Doch wir sind nicht im Kino, sondern zu Besuch im Ingolstädter Audi-Werk, einer der größten Produktionsstätten im Volkswagen-Konzern.
Der Weg zum fertigen Auto
Knapp 17.000 Personen sind in der 120.000 Einwohner zählenden oberbayerischen Stadt in der Audi-Fertigung tätig. Pro Tag laufen dort rund 1400 Fahrzeuge vom Band, darunter bis zu 900 mal der A3. Eine Vielzahl von Schritten ist notwendig, damit der fertige Audi schlussendlich beim Händler beziehungsweise Kunden steht. Beispielhaft dafür ist die Produktionslinie, auf welcher der neue Q5 gebaut wird. Die ersten Schritte zu ihrer Konzeption erfolgten 30 Monate vor Produktionsbeginn am Rechner. Die Grundlage der so genannten Digitalen Fabrik ist die 3D-Layoutplanung. Im Grunde vergleichbar mit der Software-gestützten Planung einer Einbauküche, ermitteln die Autobauer den grundlegenden Aufbau der Fertigungsanlagen und ihre optimale Nutzung zuvor am Rechner.
Taktvoll: Rundgang durch das Audi-Werk Ingolstadt (19 Bilder)

Zum Fertigungsprozess gehört die Überprufung der Bordelektronik.
Das Auto aus dem Rechner
Ebenfalls zu einem frühen Zeitpunkt kommt das Design des Fahrzeugs ins Spiel. Das "Digitale Datenkontrollmodell" erspart Audi den Bau vieler physischer Modelle. Mit einem hochauflösenden Projektionssystem lässt sich das Auto als dreidimensionales Virtual-Reality-Modell im Maßstab 1:1 darstellen. Beim Q5 kam erstmals eine neue Darstellungstechnik ins Spiel, das "Echtzeit-Raytracing". Dabei handelt es sich um einen 3D-Rechner auf Linux-Basis, der 1500 Rechenkerne besitzt. Der Super-Computer kann das Fahrzeug physikalisch korrekt in Echtzeit darstellen und Effekte wie den Lichteinfall präzise wiedergeben. Auf den ersten Blick ist die virtuelle Ansicht nicht von einem Foto zu unterscheiden.