Finanzprobleme: Kriegt Tesla die Kurve?

Tesla Motors konnte bisher schon 150 Millionen US-Dollar fĂĽr die Entwicklung und Produktion des Tesla Roadster einsammeln. Doch nun wird es eng, das Unternehmen braucht dringend eine Finanzspritze

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  • Gernot Goppelt
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San Carlos (Kalifornien), 31. Oktober – Der kalifornische Hersteller von Elektroautos Tesla Motors benötigt dringend eine Finanzspritze, um die Produktion seines ersten Fahrzeugs "Tesla Roadster" fortsetzen zu können – obwohl potenzielle Käufer die Autos teilweise vorfinanzieren mussten und Einlagen zwischen 5000 und 60.000 US-Dollar getätigt haben. Tesla-CEO Elon Musk bestätigte am gestrigen Donnerstag Medienberichte, wonach dem Start-up derzeit nur noch Barmittel in Höhe von 9 Millionen Dollar zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt als Folge der Krise auf den weltweiten Finanzmärkten scheiterte jüngst eine Investment-Runde, die Tesla Motors 100 Millionen Dollar frisches Geld bringen sollte.

20 Millionen fehlen
"Wie konnten die 100 Millionen nicht stemmen", räumt Musk ein, "und wir benötigen Geld für einen positiven Geldmittelfluss." Musks Angaben zufolge beläuft sich Teslas Geldbedarf derzeit auf 20 Millionen Dollar, die allerdings schon in der kommenden Woche von bereits aktiven Investoren zur Verfügung gestellt werden sollen. Sorgen um ihre Einlagen müssen sich Tesla-Kunden seinen Worten zufolge aber nicht machen: "Ich stehe persönlich hinter den Einlagen und der Auslieferung der Fahrzeuge", verdeutlichte der Tesla-Chef und Mitbegründer von PayPal, der mit dem Verkauf des Online-Bezahldienstes an eBay im Jahr 2002 zum Multi-Millionär avancierte.

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Mit 185 kW ist der Tesla Roadster der Supersportler unter den Elektroautos. (Bild: Tesla Motors)

Technische Probleme
Musk hatte die Tesla-Führung Mitte Oktober von Ze’ev Drori übernommen und im Rahmen seiner ersten Amtshandlungen die Entlassung von rund 20 Prozent der bislang etwa 360 Tesla-Mitarbeiter angekündigt. Unter anderem wird die Firmenniederlassung in Detroit geschlossen. Zudem steckte Musk weitere Millionen aus seinem Privatvermögen in die Firma, die seit ihrer Gründung im Jahr 2003 knapp 150 Millionen US-Dollar an Venture Capital einsammeln konnte. Allerdings warfen technische Probleme – insbesondere bei der Kraftübertragung – die Produktionszeitpläne des Unternehmens immer wieder durcheinander.