Elektroauto Polestar Precept: Volvos Tochter interpretiert Thors Hammer neu
Mit der Limousine Precept setzt Volvos Elektro-Tochter Polestar auf Design und Nachhaltigkeit.
Wer sich mit Thors Hammer bereits intensiver beschäftigt hat, könnte auf diesem Bild eine Interpretation entdecken.
(Bild: Polestar)
Wenn Messen Schatten vorauswerfen könnten, dann täte dies wohl gerade der Genfer Autosalon. Die Volvo-Tochter Polestar hat nämlich nun angekündigt, dort mit einem neuen Elektro-Modell auftreten zu wollen. Mit dem "Grand Tourer" Precept will Polestar "Thors Hammer neu interpretieren" und bei den LED-Scheinwerfern auf getrennte Elemente setzen. Das soll dem Fahrzeug eine dynamische, roboterhafte Optik verleihen.
Mit Leistungsdaten hält sich Polestar zurück. Stattdessen hebt das Unternehmen hervor, dass der Precept "neue nachhaltige Innenmaterialien, Innovationen im Bereich der digitalen Benutzeroberfläche und einen hohen Design-Anspruch" mit sich bringe.
Mit an Bord ist ein auf Android basierendes Infotainment-System. Ein 15-Zoll-Touchscreen in der Mitte ergänzt das 12,5-Zoll-Fahrerdisplay. Beide sind durch einen beleuchteten Rahmen verbunden, der den gesamten Innenraum umfasst. Eye Tracking erfasst den Blick des Fahrers und steuert den Inhalt der verschiedenen Bildschirme. Näherungssensoren sollen die Benutzerfreundlichkeit des mittleren Displays während der Fahrt verbessern.
Sitzen auf recycelten Flaschen
Die Verbundwerkstoffe von Bcomp für Innenverkleidungen und Rückenlehnen, die aus Flachs hergestellt werden, sollen Gewicht um bis zu 50 Prozent und den Verschnitt von Kunststoffen um bis zu 80 Prozent einsparen. Die Sitzflächen werden aus recycelten PET-Flaschen im 3D Verfahren gestrickt, die Polster und Kopfstützen aus recyceltem Korkvinyl, während die Teppiche aus recycelten Fischernetzen hergestellt werden.
Der Kühlergrill, der bei Elektroautos überflüssig ist, wird durch die "SmartZone" ersetzt. Das heißt, dort baut Polestar zentral Sicherheitssensoren und Fahrerassistenzfunktionen ein. Hinter einem transparenten Panel befinden sich zwei Radarsensoren und eine hochauflösende Kamera. Der auf dem Glasdach montierte LIDAR-Pod solle optimale Sicht zur Verbesserung der Fahrassistenzsysteme ermöglichen.
Der Radstand von 3,10 m soll dem ViertĂĽrer eine niedrige, schlanke Silhouette verleihen, dennoch gebe es ausreichend Platz fĂĽr einen groĂźen Akku, zugleich genĂĽgend Beinfreiheit und Kopfraum fĂĽr Passagiere im Vorderraum.
Keine Seitenspiegel
Der Frontflügel soll den Luftstrom über die lange Motorhaube beschleunigen. Dadurch könne sich Luft früher an der Oberfläche festsetzen, erläutert Polestar. So werde die aerodynamische Effizienz und die Reichweite des Fahrzeugs verbessert.
Polestar Precept (19 Bilder)

(Bild: Polestar)
Herkömmliche Seitenspiegel werden durch Kameras ersetzt. Im Inneren weicht der traditionelle Rückspiegel einem digitalen Bildschirm. Das Bild wird von einer Weitwinkelkamera am Heck des Fahrzeugs aufgenommen. Eine herkömmliche Heckscheibe fehlt, stattdessen erstreckt sich das Glasdach hinter den Rücksitz. Die Heckklappe selbst wurde mit einer größeren Öffnung und höher montierten Scharnieren ausgestattet, um den Zugang zu erleichtern.
Offenbar handelt es sich beim Precept um ein Konzept. Polestar drückt es so aus: "… eine Vision der zukünftigen Ausrichtung und ein klarer Ausdruck der Intentionen Polestars als Marke". Zu sehen sein soll das Auto in Genf vom 5. bis 15. März.
Autos, die auf dem Autosalon in Genf 2020 vermutlich vorgestellt werden sollten (26 Bilder)

(Bild: alle Hersteller
)
(anw)