TagDrive: Fahren wie auf Schienen
Die Universität Hannover entwickelt ein Fahrzeugleitsystem, das ein autonomes „Fahren wie auf Schienen“ ermöglicht. Dazu werden RFID-Transponder in die Straße eingelassen, die mit dem Fahrzeug kommunizieren
- Gernot Goppelt
Das Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) der Universität Hannover entwickelt ein Fahrzeugleitsystem, das die Hand am Lenkrad überflüssig machen soll. Die zugrundeliegende Technik erinnert an Systeme, bei denen Induktionsschleifen in den Boden eingelassen sind, ein Verfahren, das in Werkhallen zum Alltag gehört.
Auch bei der Entwicklung aus Hannover kommen die zum Fahren notwendigen Informationen „aus der Straße“, jedoch von Transpondern, die im Boden montiert sind. Deren Signale werden von Empfangsgeräten im Fahrzeug verarbeitet und an Lenkung, Antrieb und Bremsen weitergegeben.
TagDrive: Fahren wie auf Schienen (2 Bilder)

RFID-Transponder halten das Fahrzeug auf dem rechten Wege. (Bild: Uni Hannover)
Preisgünstige und handelsübliche Bauteile
Nach Überzeugung der Forscher könnte das „TagDrive“ genannte Fahrzeugleitsystem auch im Straßenverkehr der Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Die Transponder sind laut ITA-Direktor Professor Ludger Obermeyer handelsübliche und preisgünstige Bauteile, die sich installieren lassen, ohne die Fahrbahn zu beschädigen.
Die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Straße erfolgt bei TagDrive über die RFID-Technik (Radio Frequency Identification). Ihr Herzstück ist ein scheckkartengroßer Transponder, der aus Chip und Antenne besteht – aufgedruckt auf eine Folie. Die Transponder werden etwa im Abstand einer Wagenlänge auf der Straße befestigt und enthalten die zur Fahrzeugsteuerung notwendigen Informationen. Das sind vor allem Positionsangaben, aber auch Informationen über Verkehrsregelungen, den Fahrbahnzustand oder Staus.
Das etwa drei Millimeter dicke Kunststoffgehäuse ist nach Angaben der Forscher zuverlässig gegen Belastungen geschützt: Weder darüber rollende Fahrzeuge noch extreme Wetterbedingungen könnten ihm etwas anhaben. Auch die Funkqualität werde durch Wasser, Eis oder Schmutz nicht beeinträchtigt.