Zu Besuch im Stammsitz von Tesla Motors

Auch wenn er für viele unbezahlbar bleibt – der Tesla Roadster fasziniert Autofans. Wir waren zu Besuch am Stammsitz im kalifornischen Menlo Park, wo der Roadster auch gefertigt wird

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  • gh
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Menlo Park (USA), 26. November 2008 – Der Hersteller des zur Zeit einzigen ernst zunehmenden Elektro-Sportwagens residiert südlich von San Francisco in Menlo Park – die Stanford University und das Silicon Valley sind nicht weit. Hier wird der Antriebstrang des im britischen Hethel von Lotus vormontierten Wagens eingebaut, außerdem bekommt die teure Batterie ihre erste Ladung. Der moderne Gebäudekomplex mit angeschlossenem Verkaufsraum wurde nicht von Tesla gebaut – vorher brachte hier ein Chevrolet-Händler seine Verbrennungsmotor-Wagen unters Volk. So könnte der Tesla-Spitzdach-Show-Room symbolisch für einen grundlegenden Wandel in der Automobilindustrie stehen, dessen Ausgang noch nicht abzusehen ist.

„Nicht berühren“-Schilder kleben an den Scheiben der im Ausstellungsraum wartenden Roadster. Mindestens zehn Wagen stehen hier, alle nach Kundenwunsch gefertigt, alle abholbereit. Die Käufer nehmen den Wagen mit, wenn sie mal Zeit haben, was bis zu einer Woche dauern kann. Nichts im Vergleich zur Wartezeit eines Neukunden: Ein Jahr muss dieser sich gedulden, bevor er seinen Elektrorenner bekommt. So werden bald gebrauchte Tesla Roadster teurer sein als neue. Bisher wurden 80 Wagen ausgeliefert, am Ende des Jahres ist die 100 locker geschafft. Vorbestellt sind bereits über 1000 der elektrischen Renner. Die ab März 2009 in Europa verfügbare Prime-Edition ist noch nicht komplett ausverkauft, die meisten Bestellungen liegen aus Deutschland und Großbritannien vor. Viele Europäer ordern ihren Tesla, wenn sie geschäftlich in der Gegend zu tun haben.

Zu Besuch im Stammsitz von Tesla Motors (27 Bilder)

Im Show Room von Tesla in Menlo Park (Kalifornien) warten fertige Roadster auf ihre Fahrer.

Ein kleiner Flur verbindet den Show Room mit dem hinteren Bereich des Tesla-Gebäudes. Dort wird der Antrieb in die Wagen gebaut, die Batterie geladen und diverse Service-Arbeiten werden erledigt. Ein Journalist darf hier normalerweise nicht rein, zumal dort ab und zu auch Prototypen zu Gast sind und diverse Entwicklungsprojekte vorangetrieben werden. Wir erklären, dass wir extra aus Deutschland gekommen sind und die Tesla-Verantwortlichen haben nach ein paar Telefonaten mit unbekannten Stellen ein Einsehen: Wir dürfen in die heiligen Hallen der Endmontage. Dort stehen wieder jede Menge Roadster, viele mit lustigen bunten Hütchen, die für den jeweiligen Ausbau-Status stehen. Ein orangefarbener Tesla gähnt mit geöffneter Motorhaube: Das Heck des Wagens ist leer, Motor und Batterie fehlen noch. Die Montage mittels eines speziellen Hebegerätes dauert fünf Stunden. Dann bekommt der Wagen an einer Schnellade-Station seine Energie und ist bereit für die Welt da draußen.